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Samstag, 20. Februar 2016

Geister


Deutsch

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Definitionen
  3. Vorstellung und -kommen von (losen) Geistern
  4. Typologie der Geister
  5. Ortsbezogene Naturgeister

Einlei­tung

Die Vor­stellung von Geistern und insbesonde­re Schutzgeistern für Berg, Feld, Wald und Was­ser war ein­st und ist teils im­mer noch tief im Volks­glau­ben verwurzelt. Die­ser Bei­trag soll ei­ne Defi­niti­on für Geist, ei­ne Typo­logisierung von Geistern und an­schließend ein paar unvoll­ständige Ge­danken zu einigen der ge­nann­ten ortsbezogenen Naturgeis­ter wiederge­ben.
Um kei­ne Pro­bleme mit Urhe­ber­rech­ten zu bekommen, wird auf Bil­der nur verwiesen wer­den, an­statt sie einzubet­ten.

Defi­nitionen

In der alltägli­chen Spra­che wird der Begriff Geist oft verwendet, um scheinbar ver­schiede­ne Dinge zu beschrei­ben. Mal ist die Kogniti­on ei­nes Men­schen, mal ein körper­lo­ser To­ter, mal ein über­natürli­ches Wesen gemeint. Daher soll der Begriff Geist zu­nächst einmal defi­niert wer­den. Dazu wird die folgen­de Glei­chung an­genommen:

Körper + Geist + Seele = Individuum
bzw.
Handeln + Denken + Fühlen = Individuum
Man hätte auch ei­ne Zwei­teilung (in Körper und Geist) an­nehmen können. In der folgen­den Be­trach­tung spielt das allerdings kei­ne Rolle und so hat sich der Verfas­ser an der christli­chen Dreieinigkeit orientiert:
Sohn + Heili­ger Geist + Va­ter = Gott[1]
Formt man die Formel um, so erhält man:
Geist = Individuum − Körper − Seele
Der Geist soll also das sein, was üb­rig bleibt, wenn man von ei­nem Individuum den Körper und die Seele ent­fernt. Die­se drei Begriffe sei­en wie folgt (über die Bio­logie/Medi­zin) defi­niert:
  • Individuum: Lebe­wesen
  • Körper: Physis (ei­nes Lebe­we­sens)
  • Seele: Psyche (ei­nes Lebe­we­sens)

Vor­stellung und -kommen von (losen) Geistern

Dass ein Geist nicht als Teil ei­nes Individuums vorkommt, können sich einige gar nicht vor­stel­len. Man­che glau­ben an ei­ne Tren­nung nach dem Tode: der Körper verwest, die Seele reist ins Jen­seits und der Geist spukt wei­ter auf der Erde her­um. Allerdings gibt es im Volks­glau­ben auch Geis­ter, die niemals Teil ei­nes Individuums wa­ren. Un­abhängig von der Art des Geistes ist es theoretisch unmöglich, ihn wahrzu­nehmen, da er ja kei­nen Körper besitzt. Damit Geister­er­scheinun­gen, sei­en sie sichtba­rer, hörba­rer oder an­derweitig spürba­rer Natur, trotzdem erklärbar blei­ben, wird Geistern zuweilen ein sog. As­tralkörper zuge­schrie­ben, wel­cher im Ge­gen­satz zum (mate­ri­el­len) Körper nicht vergeht. Die­se Vor­stellung kann natürlich nur auf Geis­ter angewendet wer­den, die ein­st mit ei­nem Körper ver­bun­den wa­ren. An­de­ren Geistern, auf die das nicht zutrifft, wird die Kraft zuge­spro­chen, Elemente bzw. Moleküle zu beeinflus­sen; bspw. um Natur­er­scheinun­gen zu verursa­chen oder um ei­ne Ge­stalt zu formen. In der Tat ist und bleibt die Existenz von losen Geistern, d. h. Geistern, wel­che nicht Teil ei­nes Individuums sind, umstrit­ten und so sind die folgen­den Aus­führun­gen rei­ne Mytho­logie bzw. Volks­glau­ben fern­ab jeg­li­cher wis­senschaftli­chen Erklärung.

Typo­logie der Geis­ter

Es gibt ver­schiede­ne Ar­ten von Geistervor­stellun­gen:[2]

  • Totengeister
  • Hausgeister
  • Naturgeister
    • Elementargeister
    • ortsbezogene Naturgeister
Dabei kann ein Geist auch meh­re­ren die­ser Kategori­en zuge­ordnet wer­den. Dar­über hin­aus wer­den Engel und Dämo­nen aus der christli­chen Mytho­logie zu den Geistern gezählt.[3] Wie die Einlei­tung schon aus­sagt, soll es an die­ser Stel­le nur um die zweite Un­ter­gruppe der Naturgeis­ter gehen. Der Vollständigkeit halber sind aber auch die Elementargeis­ter (nach der Vier-Elemente-Leh­re) noch einmal auf­ge­listet:
  • Elementargeister
    • Erdgeister oder Gnome
    • Feuergeister oder Salamander
    • Luftgeister oder Sylphen
    • Wassergeister oder Undinen
  • ortsbezogene Naturgeister
    • Berggeister
    • Feldgeister
    • Waldgeister
    • Wassergeister
Noch einige Anmerkun­gen dazu: 1. Die Namen der Elementargeis­ter wur­den erstmals von Para­celsus im 16. Jh. verwendet.[4] 2. Ne­ben den auf­gezähl­ten ortsbezogenen Naturgeistern gibt es ei­ne Vielzahl weite­rer, wel­che u. a. nicht be­stimm­ten Lebens­räumen, sondern Lebe­wesen zuge­ordnet wer­den. Dazu gehören u. a. Tier- und Baumgeis­ter. 3. Dass die Was­ser­geis­ter zwei mal auf­tau­chen, liegt daran, dass sie hier einmal dem Element Was­ser und einmal dem Ha­bi­tat Was­ser zuge­ordnet wur­den. Auch die bei­den Ein­teilun­gen der Naturgeis­ter sind koexistent, d.h. schließen ein­an­der nicht aus.

Außerdem wer­den Geis­ter oft in gu­te und böse Geis­ter un­ter­teilt, was jedoch nach der obigen Defi­niti­on nicht möglich ist, da Geis­ter allein und ohne ei­ne Seele nicht nach mo­rali­schen Prinzipi­en ur­teilen und sich demzufolge selbs­t­reflektierend nicht als gut oder böse wahrnehmen können.

Ortsbezogene Naturgeis­ter

Einige Berg-, Feld-, Wald- und Was­ser­geister sol­len nun noch namentlich ge­nannt wer­den, weil sie als Natur­schutzgeis­ter und Kinderschreckfigu­ren noch heu­te überliefert wer­den und so ne­ben den weit ver­breite­ten Bräu­chen des Christentums ei­nen Teil der Volkskultur bilden. Da sich aber zuhauf Beschreibun­gen im In­ternet fin­den, wer­den im Folgen­den nur kurze Beschreibun­gen und Verweise auf weiterfüh­r­en­de Quel­len gege­ben. Viele Ge­stal­ten wie Al­ben/El­ben/Elfen, Zwerge, Trolle usw. erlang­ten heutzutage neue Bekannt- und Be­liebt­heit in Bü­chern und Spie­len des Fantasy-Gen­res, wobei sie in diesem Genre meist als Humanoide dar­ge­stellt wer­den und somit (vollständige) Individuen sind.[5] Damit kein Konflikt zwi­schen der tra­ditionel­len und der neumodi­schen Vor­stellung von diesen Wesen ent­steht, wer­den die in­zwi­schen bekörper­ten und beseel­ten Geis­ter an folgen­der Stel­le außen vor gelas­sen.

Berggeis­ter sind auf und un­ter Bergen sowie in Gebirgen zu fin­den. Zu den sagen­umwobens­ten Gebirgen zäh­len das Sie­bengebirge und das Riesengebirge. Aus letzte­rem stammt auch der bekann­teste al­ler Berggeis­ter, nämlich Rüb­ezahl. Ne­ben ihm gibt es auch noch den Bergmönch und das Berg­männ­chen, wel­che al­les­amt Wanderern und Berg­leu­ten mal helfen und mal Un­glück brin­gen sol­len. Sie sol­len mitun­ter die wertvol­len Schät­ze des Berges be­schüt­zen. Der Duden schreibt zu Cobalt:

Umbildung von Ko­bold; ur­sprüngl­ich glaubte man, das Mine­ral sei wert­los und ein Berggeist habe es bös­wil­lig un­ter die wertvol­le­ren Erze gemischt[6]
Dabei ist anzumerken, dass ein Ko­bold ur­sprüngl­ich nur ein Hausgeist war und der Begriff erst spä­ter auf Naturgeis­ter aus­geweitet wurde.

Feldgeis­ter oder Korngeis­ter sind die Bewoh­ner und -hü­ter von Fel­dern. Der wohl bekann­teste Feldgeist ist die Roggenmuh­me/Kornmuh­me (auch Kornweib u. a.)[7] oder in der männli­chen Versi­on der Kornmann. Die Roggenmuh­me soll die Kin­der holen/schla­gen/tö­ten, die am oder im Feld spie­len und Feldblumen bre­chen; sie soll den Wöch­ne­rinnen auf dem Fel­de Wech­selbäl­ger un­ter­schie­ben; man­cherorts wird sie sogar für be­stimmte Wet­ter ver­antwortlich gemacht (daher heißt sie auch Regenmuh­me). Was ihr Aus­se­hen betrifft, so wird sie als sehr groß, pechschwarz und mit eisernen Klauen beschrie­ben, wenn sie nicht ge­rade in tieri­scher Ge­stalt auf­tritt.[8] Auch die Roggenmuh­me hat Ein­gang in die Fantasy-Li­teratur gefun­den.[9]

Waldgeis­ter le­ben im großen tiefen Wald. Zu ihnen gehören z. B. der alti­tali­sche Faun(us) bzw. die Fau­na und die Satyrn.[10] Auch im Jump-’n’-Run-Computer­spiel Moorhuhn Schatzjä­ger gibt es Waldgeis­ter, wel­che den Dschungel mit lähmen­den Blit­zen verteidigen und auf­grund ih­res Geist­seins immun gegen Pis­tolen­schüsse sind.[11]

Was­ser­geis­ter (auch Flussgeis­ter, Bachgeis­ter etc.) bewohnen und -schüt­zen Gewäs­ser. Zu ihnen zäh­len u. a. Was­s­er­männer/-frau­en, Nixe/-en und Meerjungfrau­en. Die un­ter­schiedli­chen Bedeu­tungs­as­pekte gliedern sich dabei wie folgt:[12]

  • Meerjungfrau: Erlösungs­bedürftigkeit
  • Nixe/Was­sermann: Be­drohung
  • Was­serfrau: Liebe
So ist es auch in H. C. An­der­sens Mär­chen Die klei­ne Meerjungfrau und unzähl­igen Sa­gen über Verführung und Tod brin­gende Nixen.


[1]Gleichzeitig gel­ten nach christ­li­cher Vor­stellung auch Sohn = Gott, Heili­ger Geist = Gott und Va­ter = Gott sowie Sohn ≠ Heili­ger Geist, Sohn ≠ Va­ter und Heili­ger Geist ≠ Va­ter, was in kei­ner ma­the­mati­schen Struktur möglich ist (so­fern wir die Bedeu­tung von +, = und unverändert las­sen).
[2]ent­nommen aus Wikipedia und verändert, s. Geist­wesen#Typo­logie der Geist­wesen.
[3]Zur Systematik der Engel sie­he hier.
[4]Quel­le: Wikipedia.
[5]Vgl. dazu z. B. die älte­re Vor­stellung von Elfen (Bild von R. Doyle), wel­che dem Men­schen hauptsächl­ich durch Zauber gefährlich wer­den konn­ten, und die neue­re (Bild von J. Gu­glielmo), in denen Elfen auch mit tödli­chen Waffen auf­tre­ten.
[6]Duden zu Ko­balt.
[7]Bild.
[8]Quel­len: Sa­gen aus Bran­denburg, Deut­sche Sa­gen (Grimm) und Wikipedia. Außerdem noch ein Gedicht von A. Kopisch und ei­nes von J. Loewenberg.
[9]Vgl. Buch Die Kornmuh­me von C. H. Schreiber.
[10]Quel­le: Wikipedia.
[11]Bild.
[12]Quel­le: Wikipedia.

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