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Donnerstag, 10. September 2015

Herbst und Winter


Deutsch

Am 23. September 2015 wird as­tronomi­scher Herbst­anfang sein. Damit hät­ten wir den Frühl­ing und den Som­mer abgehakt und können uns nun dem Über­stehen von Herbst und Win­ter widmen. Was wäre da ei­ne in­ter­essan­te­re Einläu­tung als die Wort­herkunft der bei­den Jah­res­zei­ten in ver­schiede­nen Spra­chen, wel­che die Vor­stellun­gen der (frühen) Spre­cher dersel­ben widerspiegeln?

Das deut­sche Wort Herbst ist verwandt mit dem eng­li­schen harvest (= Ern­te) und hatte die­se Bedeu­tung auch schon mit dem alt­hoch­deut­schen Vorfah­ren herbist. Im Eng­li­schen gibt es zwei Begriffe: Der amerikani­sche Begriff fall kommt vom Fal­len der Blät­ter von den Bäumen; der angelsächsi­sche Begriff autumn kam übers Französi­sche vom lateini­schen autumnus, wel­chem wieder­um die ur­in­dogermani­sche Wurzel *h₃euǵ (= kalt) zu­grun­de liegt. Abgeleitet davon ist auch das Es­pe­ranto-Wort aŭtuno; das französi­sche automne leitet sich eben­falls aus dem Lateini­schen ab.
Das chinesi­sche Zei­chen qiū setzt sich aus dem Komponen­ten (= Korn) und huǒ (= Feuer) zu­sammen. (Die al­ten Chinesen ver­brann­ten nämlich zur Herbstzeit ihre Fel­der, um Heuschre­cken­eier zu vernich­ten.)

Fazit: In ver­schiede­nen Spra­chen wurde der Herbst mit der Ern­te, dem Fal­len der Blät­ter, der Kälte oder dem Ver­brennen der Fel­der ver­bun­den.

Die Herkunft des deut­schen Wortes Win­ter ist nicht eindeutig geklärt. Die ei­ne Theorie ist, dass es sich um den nas­sen Mo­nat handelt und mit Was­ser verwandt ist; die an­de­re Theorie vermu­tet, dass ei­ne Verwandt­schaft mit dem galli­schen vin­do und/oder altiri­schen find in der Bedeu­tung weiß be­steht. Das eng­li­sche win­ter und es­pe­ranti­sche vin­tro gehören in densel­ben Wortstammbaum. Das französi­sche hiver gehört hingegen zum lateini­schen hiems, wel­ches vom ur­in­dogermani­schen *ǵʰim (= Win­ter, Schnee) kommt.
Das chinesi­sche Zei­chen dōng be­steht aus dem Komponen­ten zhǐ (= gehen) und bīng (= Eis). (Im Win­ter gehen die Leu­te auf dem Eise bzw. auf dem gefrorenen Boden.)

Fazit: In ver­schiede­nen Spra­chen wurde der Win­ter mit Was­ser, Schnee oder Eis ver­bun­den.

Aber bevor ich den Som­mer endgültig abhake, ent­lasse ich mich noch schnell für zwei Wo­chen in den Sommer­urlaub. Das bedeu­tet Blog­stille bis zum 24. September. – Adi­os Amigos!

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