Seiten

  • Startseite
  • Impressum
  • Inhalt
  • MINT
  • Sprache
  • Soziales
  • Geist
  • Kunst
  • Gemischtes
  • Gedichte

Freitag, 21. August 2015

Über Filme, Serien, warum Menschen böse werden, Psychopathen, den dummen Vegan-Trend, den Unterschied zwischen naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Studiengängen, warum Frauen Männer betrügen, wie man Freunde findet, freiwillige Feuerwehr, ehrenamtliche Arbeit, Kirche, meine Meinung zu den derzeitigen Nachrichten, richtiges Deutsch sowie das Thema „Bart“ und warum Frauen drauf stehen


Deutsch

Ich bin ein großer Liebhaber der MCU-Filmreihe. Und wenn ich „Filmreihe“ sage, dann meine ich damit nicht die im selben Universum angesiedelten Serien wie „Daredevil“, „Agent Carter“ und „Agents of S. H. I. E. L. D.“

Denn man merkt deutlich – was auch völlig normal ist –, dass weniger Geld in die Serien- als in die Filmproduktion geflossen ist. Da warte ich lieber ein Jahr auf den nächsten affengeilen Film, als mir die Zwischenzeit mit mittelmäßigen Serien zu vertreiben. (Ich schau die Serien natürlich trotzdem.) Neben „Agents of S. H. I. E. L. D.“ schaue ich mir auch die wöchentlichen Folgen von „Grimm“ und der Feuerwehrserie „Chicago Fire“ an. Meine Lieblingsserie war und ist „Stargate“, welche es immerhin auf 17 Staffeln und drei Filme brachte.

Und von „Stargate“ ist es kein weiter Weg zu „Star Wars“, welche noch dieses Jahr auf der Leinwand in die 7. Runde gehen sollen. Besonders fasziniert hat mich an der ganzen Geschichte der Fall Anakin Skywalkers zu Darth Vader. Während er in den Episoden I und II noch den lieben Jungen Anakin abgibt und die Hoffnung groß ist, dass er ein glorreicher Kämpfer für das Gute werden wird, merkt man in Episode III, wie nach und nach die bösen Züge durchkommen. Und warum wird er so? Aus Liebe: Erst verliert er seine Mutter, dann seine Frau; er will kein Bösewicht sein und doch hat ihn das Böse zerfressen; ganz ähnlich wie Staatsanwalt Harvey Dent, der in „The Dark Knight“ ebenfalls nach dem Verlust seiner Geliebten kippte. Diese Art von Bösewichten ist mir persönlich die liebste, da sie meist eine eigene Partei bilden, von starken Gefühlen geplagt sind und im Gegensatz zu anderen Schurken keinen Spaß am Bösesein haben.

Nicht so, wie der Joker, der ganz offensichtlich ein Psychopath ist. Aber sind wir nicht alle kleine Psychopathen? Ist die Tatsache, dass ich diesen Beitrag schon mit „ich“ angefangen habe, nicht ein Indiz dafür, dass ich ein Narzisst bin? (Einer Studie vom März zufolge gibt es tatsächlich keinen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Pronomen der 1. Person und Narzissmus.1) Ich wage mal zu behaupten, dass ab und an jeder mal auf seinem persönlichen „Psycho-Trip“ (oder auch „Psycho-Path“) ist. Oder wie eine Bekannte von mir zu sagen pflegt: „Hast du keine Macke, bist du kacke!“

Eine ziemlich blöde Macke ist trotzdem diese Entwicklung, die mehr und mehr Menschen in Vegetarier oder Veganer verwandelt. Versteht mich nicht falsch; es ist freilich jedes Sache, womit er seinen Hunger stillt, und ich will mich jetzt auch nicht über vegetarische/vegane Kindererziehung beschweren. Aber dann begegnet man halt doch hin und wieder mal so Leuten, die behaupten, Fisch würde nicht unter Fleisch fallen, da Fische keine Seele haben oder aus wie auch immer gearteten anderen Gründen. Esst doch einfach den Fisch, Leute! Manchmal habe ich so das Gefühl, dass diese ganzen Erscheinungen, wie Veganer, Bio-Chips-Mampfer und Gluten-Tag-Heinis2, nur ein Nebenprodukt unseres Nahrungsüberangebots sind. Einen Vorteil hat Vegansein aber immerhin: Man isst keinen ungesunden rohen Plätzchenteig!

Wobei die Zeit zum Plätzchenbacken sowieso nicht alle haben. In der Zeit, in der sich ein Sozialwissenschaftsstudent schon seinen Weihnachtsvorrat anlegt, schafft ein Ingenieurswissenschaftsstudent vielleicht gerade so seine Mathehausaufgaben. Ja, ich weiß, dass die Sozial- oder auch Geisteswissenschaftler behaupten, sie könnten ebenso gut mit uns tauschen und das Studium meistern, es hätte nur keiner von uns Lust dazu, nur halte ich das für eine Fehleinschätzung. Während es für einen angehenden Ingenieur oder Naturwissenschaftler wohl kein Problem wäre, im Jurastudium Paragraphen auswendig zu lernen, sehe ich doch bei vielen (nicht allen) zu uns gewechselten Geisteswissenschaftlern, dass sie wohl vor langer Zeit den Willen zum Mathematikverständnis (und somit auch das Mathematikverständnis selbst) abgeschaltet haben. Denn wer sich einredet, etwas auch beim besten Willen nicht verstehen zu können, der versteht es dann eben auch nicht, und wenn man es noch so oft erklärt. Und mal ganz ehrlich: Philosophieren kann ich mit meinen Kollegen beim Mittagessen, da brauch ich kein Studium für.

Zum Beispiel kann man darüber nachsinnen, warum Frauen solche Flittchen sein können (ist nicht böse gemeint, Mädels). Statistisch gesehen gehen mehr Frauen fremd als Männer, aber darin liegt meiner Meinung nach nicht das eigentliche Problem. Bei Frauen handelt es sich öfter um emotionale Beweggründe, was eine Beziehung wohl eher gefährdet als ein bedeutungsloser Seitensprung. Gelinde gesagt gehen Männer eher triebgesteuert fremd, d. h., wenn sie sexuell unbefriedigt sind, Frauen hingegen, wenn es ihnen an Aufmerksamkeit hapert, d. h. ihnen die Beziehung zu langweilig ist. Das macht es wohl auch leichter für Frauen, Männer vom Fremdgehen abzuhalten, als umgekehrt. Aus (nichtrepräsentativen) Gesprächen mit Kollegen schließe ich, dass die größte Angst vieler Männer in einer Beziehung ist, dass ihre Partnerinnen mit der Beziehung unzufrieden sind, aber selbst nicht wissen, wieso. Kommt es dann ja zum Seitensprung, erwischen mehr Männer ihre Partnerinnen als umgekehrt, da Männer in der (berechtigten) Angst, ein Kuckuckskind großzuziehen, stets misstrauischer gegenüber ihren Partnerinnen sind.3

Mal eine ganz andere Frage: Wo findet man überhaupt potenzielle Sexualpartner, sei es nun für einen Seitensprung, ein ONS oder eine Dauerpaarbindung? Verschiedene Kreise wären da schon mal ein guter Anfang: gleiche Bekannte, gleiche Vorlieben und -stellungen und gleiche Freizeitbeschäftigungen. Hier findet man viele Freunde und bestimmt auch ein paar darüber hinaus Interessierte. Aber Vorsicht: Während Frauen sich relativ leicht in die und aus der Friendzone4 bugsieren können, besteht für Männer immer die akute Gefahr, auf immer und ewig dort hinein gebannt zu werden. (Dafür muss ich wohl keine wissenschaftlich fundierten Belege angeben; wer noch nie gefriendzoned wurde, dem sollte ein Blick auf soziale Knotenpunkte im Netz wie 9GAG reichen, um zu erkennen, dass er sich glücklich schätzen kann.)

Ein sozialer Knotenpunkt außerhalb des Netzes ist die freiwillige Feuerwehr, für deren Mitgliedschaft ich mich insbesondere gegenüber ausländischen Studienkollegen hin und wieder erklären muss. Viele denken, es sei eine Art Sportverein oder nichtessenzielle Freizeitbeschäftigung, weil nicht in jedem Land die Hauptlast des Feuerwehrwesens von Freiwilligen getragen wird, wie es in Deutschland der Fall ist. – In Deutschland sind nur ca. 4% der Feuerwehrleute auch Feuerwehrmann von Beruf; der Rest ist (bis auf eine Handvoll Pflichtfeuerwehrleute) ehrenamtlich tätig.

Das Ehrenamt an sich ist sowieso ein sehr beliebtes Thema. So engagieren sich je nach Statistik und Definition von „Ehrenamt“ zwischen 16% und 36% der Deutschen ehrenamtlich, im Schnitt etwa 5 h pro Woche (man rechne sich die dadurch geleisteten Stunden doch einmal selbst aus) und über die Hälfte von ihnen in den Bereichen Kinder/Jugendliche, Lokales und Kirche.5

Damit wären wir auch schon beim nächsten Thema. Laut einem gestern im Spiegel erschienenen Artikel gibt es zwischen deutschen Katholiken im Vergleich mit Katholiken anderer Länder und ihrer Kirche die größte Ansichtskluft. Zum Beispiel befürworten mehr als 80% der deutschen Katholiken voreheliches Zusammenleben (ein weiterer Punkt, in dem sie m. E. gegenüber den Protestanten nachzügeln).6

Passend dazu erlebt Deutschland gerade die höchste Geburtenrate seit 13 Jahren: 33.000 mehr Neugeborene und 12.000 mehr Eheschließungen im Vergleich zum Vorjahr.7 Na, das ist doch mal wunderbar! Auch in den USA arbeiten Lehrerinnen und Schüler sowie Schülerinnen und Lehrer eifrig an einer höheren Geburtenrate. Heute Morgen kam ein weiterer von vielen Fällen à la „Big Tits at School“ ans Tageslicht.8 Mitleidig muss ich aber lesen, dass die amerikanischen Behörden alles dafür tun, die Welt eben nicht zu einem Porno verkommen zu lassen. Denn mal ganz ehrlich: Wenn beide volljährig sind und es einvernehmlich geschieht, dann gibt es keinen großen Unterschied zum Beischlaf von Chef und Angestellter oder umgekehrt und das will auch niemand verbieten. Bleiben wir beim Thema „verbieten“ und geben diesen Suchbegriff einfach mal bei „Google News“ ein, dann sehen wir, dass die Leute tagein, tagaus alles Mögliche verbieten oder auch nicht verbieten wollen. Ich geb da jetzt mal meine Meinung im Schnelldurchlauf mit pro Verbot (☺) oder kontra Verbot (☹) dazu ab. Da haben wir u. a.: Verbot von Rauchen im kinderbesetzten Auto (☺) in Großbritannien9, Verbot von Unzinsen für Dispokredite (☺) in Deutschland10, Verbot von Prostitution (☹) in Deutschland11, Verbot von Smartwatches an Schulen (☺) in der Schweiz12, Verbot des Ohrfeigens von Kindern (☹) in der Schweiz13, Verbot der Wiedereinreise balkanischer Flüchtlinge (☺) in Deutschland14, Verbot einer Koranverteilungsaktion (☹) in Deutschland15, Verbot von Pistolen-Emojis (☹) in den USA16, Verbot von E-Zigaretten (☹) in Deutschland17, Verbot des Anbaus von gentechnisch veränderten Organismen (☹) in Großbritannien18, Verbot von Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln (☺) in Deutschland19, Verbot von homosexuellen Emojis (☹) in Russland20, Verbot von Stierkämpfen (☺) in Spanien21, Verbot des Einsatzes von Kinderbettlern (☺) in Deutschland22 usw. usf.

Eine weitere Nachricht kommt aus Potsdam.23 Dort haben Sprachwissenschaftlerinnen der Universität ein Projekt mit dem Titel „Deutsch ist vielseitig“ ins Leben gerufen. Dieses beinhaltet Lehr- und Weiterbildungsmaterialien für Deutschlernende (sowohl für Mutter- als auch für Fremdsprachler). Behandelt werden Dialekte, Soziolekte und Akzente – alles, was einem im Alltag so begegnen kann und eben nicht Standarddeutsch ist. Auf der Projektseite24 kann man sich kostenlos registrieren und sich dann diese Materialien für Bildungszwecke herunterladen. Ich habe schon ein bisschen darin herumgestöbert und unter anderem einen Dialekttest Thüringisch für die 7. Klasse gemacht. Eine Frage lautete: „Petra feiert ihren Geburtstag mit Freunden. Gerade kommt sie mit einer frisch geöffneten Weinflasche aus der Küche und sagt zu ihrer Freundin Bettina: ‚Du nimmst doch bestimmt noch ein Glas Wein?‘ Bettina nickt zustimmend:“ Die entsprechenden Antwortmöglichkeiten sind „No!“ und „Nö!“ Und auf der nächsten Seite findet sich sogar ein Erklärtext: „Wenn man eine zustimmende Antwort geben möchte, ist es im Thüringischen üblich, einfach ‚no!‘ zu sagen (mit kurzem, offenem ‚o‘, wie in ‚konnte‘). Eine lautlich ähnliche Antwortpartikel gibt es im Sächsischen; dort sagt man ‚nu!‘, um Zustimmung auszudrücken. Beide Partikeln sind als Verkürzungen von ‚na klar‘ zu interpretieren, führen aber außerhalb Mitteldeutschlands oft zu Missverständnissen, da Antwortpartikeln, die mit ‚n-‘ beginnen, gewöhnlich für ‚nein‘ stehen.“25 Und als Thüringer, der nach Baden-Württemberg gezogen ist, kann ich das nur bestätigen! Gestern habe ich als Proband an einem Sprachexperiment teilgenommen, für das ausdrücklich nur Nicht-Baden-Württemberger gesucht wurden. Allerdings lag dies daran, dass der Experimentator im ersten Durchlauf des Experiments nur Baden-Württemberger gefunden hatte, aber ein für ganz Deutschland geltendes Ergebnis erzielen wollte. Es handelte sich um ein Diapix-Experiment; in der Analyse der aufgezeichneten Sprachdaten soll sich dann zeigen, ob die Deutschen beim Sprechen noch einen Unterschied zwischen „ä“ und „e“ machen. Dies soll besonders in Mittel- und Norddeutschland nicht der Fall sein. – So ein Kese.

Und nun zum letzten und wichtigsten Thema des Tages: Studien haben tatsächlich belegt, dass (Voll-)Bart ein glattes Gesicht aussticht. Besonders in einer Gruppe von Nichtbärtigen besteht der Bärtige aufgrund dieses Alleinstellungsmerkmals sehr gut die natürliche Selektion der Frauen. Andersrum trifft dies auch auf einen Nichtbärtigen unter Bärtigen zu, doch rum wie num gewinnt der Bart auch bei gemischten Gruppen: sympathischer, schlauer und älter – das sind die Attribute, die Bärtigen vorbehaltlos zugeschrieben werden.26 Oder, wie es Neil Harris im Schnauzbartlied aus dem Westernfilm „A Million Ways to Die in the West“ besingt: „Du musst nicht gut aussehen, du hast dein Geld verprasst, doch gewinnst du jedes Herz, wenn du nur einen Schnauzbart hast.“ Entschuldigung für den langen Beitrag; hier ist ein Foto von mir mit Vollbart:


1s. Language Log » Could this really be the end?
2da übernehme ich mal die Rolle des Skeptikers, s. What Happens When You Tell People You Can't Eat Gluten - YouTube
3vgl. u. a. Paarstudie: Warum Frauen eher fremdgehen als Männer - DIE WELT und Seitensprung – Wikipedia
4von englisch: „friend-zone“; nicht zu verwechseln mit dem Freundeskreis, englisch: „circle of friends“; daher bitte ich diesen Denglizismus zu entschuldigen
5vgl. • Statistiken zum Thema Ehrenamt | Statista
6s. Deutsche Katholiken sehen Kirche besonders kritisch - SPIEGEL ONLINE
7s. 715.000 Babys: Höchste Geburtenrate seit 13 Jahren in Deutschland - DIE WELT
8s. US-Lehrerin angeklagt: Verheiratete Lehrerin hatte Affäre mit Schüler - News Ausland - Bild.de
9s. Gesundheitsschutz: Briten verbieten das Rauchen im Auto mit Kindern - BRIGITTE MOM
10s. Gesetzesinitiative angekündigt: Angaben der Banken oft unklar - CDU will überhöhte Dispozinsen verbieten lassen - Banken - FOCUS Online - Nachrichten
11s. Gastbeitrag: Verbieten hilft den Prostituierten nicht | Gastbeiträge - Frankfurter Rundschau
12s. Spicken: Schulen wollen die Smartwatch an Prüfungen verbieten - Aarau - Aargau - Aargauer Zeitung
13s. Bundesrat will Ohrfeigen nicht explizit verbieten | Handelszeitung.ch
14s. Flüchtlinge vom Westbalkan: Behörde will Wiedereinreise verbieten - SPIEGEL ONLINE
15s. Becker: Aktion „Lies“ verbieten | Frankfurter Neue Presse
16s. #DisarmTheiPhone: Aktivisten wollen Pistolen-Emoji verbieten - n-tv.de
17s. Gesundheit - Experte: E-Zigaretten nicht vorschnell verbieten - Wissen - Berliner Morgenpost
18s. Schottland will den GVO-Anbau verbieten ‹ Fruchtportal
19s. Sie will Bier in Bus und Bahn verbieten! - MOPO24
20s. Wladimir Putin: Putin will homosexuelle WhatsApp-Emojis verbieten | news.de
21s. Besucherzahl geht rapide zurück: Spanische Politiker wollen Stierkämpfe verbieten
22s. Mitleid um jeden Preis? Der Senat will das Betteln mit Kindern verbieten - Zehlendorf - berliner-woche.de
23für den vollständigen Artikel s. Universität Potsdam - „Deutsch ist vielseitig“ – Materialien zu Dialekten, Mehrsprachigkeit und der Frage nach dem „richtigen Deutsch“
24www.deutsch-ist-vielseitig.de
25Wiese, Heike; Mayr, Katharina; Krämer, Philipp, & Seeger,Patrick (-2014). Deutsch ist vielseitig: Aus- und Fortbildungsmodule zur Sprachvariationim urbanen Raum. Handbuch für die Konzeption von Fortbildungen und Anwendungseinheiten für den Schulun­terricht und Kita-Alltag. Universität Potsdam, SFB 632 “Informationsstruktur”, Projekt T1. Online unter: www.deutsch-ist-vielseitig.de.
26vgl. u. a. Männer: Bart macht unter Rasierten sexy und attraktiv - SPIEGEL ONLINE und Psychologie: Vollbart macht schlau und sexy - SPIEGEL ONLINE

Kommentare:

  1. Du behandelst ja eine ganze Reihe Themen, deshalb jetzt mal mehrere Kommentare:

    1. Nur weil einer gut in Naturwissenschaften ist, heißt das noch lange nicht, dass er sich Dinge gut merken kann. Deine Aussage, er könnte gut im Jurastudium Paragraphen lernen, ist damit hinfällig, vor allem weil es dort auch mehr als das braucht. Grundsätzlich liegen ja den Natur- und Geisteswissenschaften völlig andere Denkmuster zugrunde. Klar, kann man nicht problemlos von einem ins andere wechseln, aber das bedeutet nicht, dass eines besser wäre als das andere. Und dann kommen ja noch die persönlichen Interessen dazu. Sollte man sich deiner Meinung nach ein Studium wählen, dass einen tollen Ruf hat, obwohl einen ein anderes mehr interessiert?

    2. Selbst wenn man mit dem demografischen Wandel vertraut ist, kann eine höhere Geburtenrate nicht zwingend positiv bewertet werden. Wichtig wäre jetzt noch zu wissen, in welchem Alter und in welche Familienverhältnisse hinein die Kinder geboren werden. Genauso ist das mit den Eheschließungen. Angenommen, die Hälfte davon trennt sich in den ersten Jahren wieder (was gar nicht so abwegig ist, wenn man die Statistiken kennt), dann muss ich den Trend negativ beurteilen. Bloß um mal geheiratet zu haben? Sinn verfehlt.

    3. Bei den vielen Verboten, die du aufzählst, wäre es bei einigen interessant, mal eine ausführlichere Meinung von dir zu bekommen. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum du GEGEN das Verbot Kinder zu ohrfeigen bist.

    4. Männer mit Bärten sind (von meiner Warte aus) unattraktiver, sehen ungepflegter aus und man hat weniger Lust von ihnen geküsst zu werden. Da können sie auffallen, wie sie wollen. Das Foto hättest du übrigens wenigstens ein bisschen professioneller machen sollen. Sieht aus, wie diese ganzen eitlen Teenager auf Facebook, die auch bloß das Handy auf den Spiegel richten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zu 1.: Ich bin der Meinung, dass man das studieren sollte, was einem am besten liegt. Meistens ist es auch das, was einen am meisten interessiert. So nützt man der Gesellschaft hinterher wohl am besten. Und ich wollte nicht sagen, dass eines besser ist als das andere, aber meiner Meinung nach ist der Anspruch in den MINT-Fächern deutlich höher, man muss also mehr aushalten können als in den Geisteswissenschaften, um durch das Studium zu kommen.

      Zu 2.: Bekanntlicherweise verhält sich die Kinderzahl einer Familie umgekehrt proportional zum Wohlstand derer, da hast du schon recht. Ich finde es aber generell schön, dass die Geburtenrate steigt, sonst hätten wir Deutschen irgendwann ein mächtiges Problem. Und außerdem kann ja selbst aus den Kindern aus schlechten Familienverhältnissen mal was werden, oder nicht? Was die Eheschließungen angeht, habe ich mich nicht weiter mit Statistiken beschäftigt. Es stimmt, dass sich mehr und mehr Leute scheiden lassen. Aber meinst du, dass es die Leute deshalb gar nicht erst versuchen sollten? Ein Paar kann doch vorher nicht wissen, ob es sich scheiden lassen wird. Von daher ist es doch eine schöne Entwicklung, dass sich mehr Leute zutrauen und versuchen, überhaupt eine Bindung fürs Leben einzugehen.

      Zu 3.: Liest man den verlinkten Artikel aus der Schweizer Zeitung, dann sieht man, dass die Schweizer das Verbot eben NICHT einführen wollen. Und das finde ich aus denselben Gründen gut, wie sie im Artikel genannt werden: Wiederholt begangene Tätlichkeiten gegenüber Kindern und vorsätzliche Körperverletzungen werden sowieso strafrechtlich verfolgt, Sensibilisierung der Eltern bringt mehr und überflüssige Strafverfahren innerhalb der Familie stellen eine unnötige Belastung auch für die Kinder dar. Es geht hier wirklich nur um eine vereinzelte Ohrfeige, meiner Meinung nach kein Grund, um Eltern ihre Kinder wegzunehmen. Und wie schon gesagt: wiederholte Vorkommen und Körperverletzungen werden eh verfolgt.

      Zu 4.: Mehr als einen Spiegel und eine Handykamera habe ich nicht (außerdem bin ich mit 19 Jahren ja wohl noch ein Teenager). Der Geschmack, was Bärte angeht, ist verschieden, ich habe nur die Studienergebnisse wiedergegeben. Wenn du eine persönliche Meinung willst, so verzeichne ich jedenfalls nicht gerade ein Defizit an weiblicher Zuwendung. Und damit meine ich keine Küsse.

      Löschen
    2. Zu 2: Ich möchte den Kindern keinesfalls unterstellen, dass aus ihnen nichts werden kann. Was ich meinte war, dass aus der Geburtenzahl selbst ja nicht ersichtlich ist, ob diese Kinder überhaupt in einer Familie aufwachsen können. Angenommen, der Zuwachs an Geburten kommt aus einer steigenden Zahl an Teenagerschwangerschaften (was wir in Deutschland zum Glück nicht haben) und diese Kinder werden in den meisten Fällen gleich ins Heim abgegeben oder die Verhältnisse zu Hause sind so schlimm, dass sie ständig beim Jugendamt hängen, dann tun mir die Kinder so leid! Und da man das aus Zahlen allein nicht ablesen kann, kann ich diese Zahlen nicht einfach so positiv beurteilen.

      Löschen