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Freitag, 21. August 2015

Über Filme, Serien, warum Menschen böse werden, Psychopathen, den dummen Vegan-Trend, den Unterschied zwischen naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Studiengängen, warum Frauen Männer betrügen, wie man Freunde findet, freiwillige Feuerwehr, ehrenamtliche Arbeit, Kirche, meine Meinung zu den derzeitigen Nachrichten, richtiges Deutsch sowie das Thema „Bart“ und warum Frauen drauf stehen


Deutsch

Ich bin ein großer Liebhaber der MCU-Filmreihe. Und wenn ich „Filmreihe“ sage, dann meine ich damit nicht die im selben Universum angesiedelten Serien wie „Daredevil“, „Agent Carter“ und „Agents of S. H. I. E. L. D.“

Denn man merkt deutlich – was auch völlig normal ist –, dass weniger Geld in die Serien- als in die Filmproduktion geflossen ist. Da warte ich lieber ein Jahr auf den nächsten affengeilen Film, als mir die Zwischenzeit mit mittelmäßigen Serien zu vertreiben. (Ich schau die Serien natürlich trotzdem.) Neben „Agents of S. H. I. E. L. D.“ schaue ich mir auch die wöchentlichen Folgen von „Grimm“ und der Feuerwehrserie „Chicago Fire“ an. Meine Lieblingsserie war und ist „Stargate“, welche es immerhin auf 17 Staffeln und drei Filme brachte.

Und von „Stargate“ ist es kein weiter Weg zu „Star Wars“, welche noch dieses Jahr auf der Leinwand in die 7. Runde gehen sollen. Besonders fasziniert hat mich an der ganzen Geschichte der Fall Anakin Skywalkers zu Darth Vader. Während er in den Episoden I und II noch den lieben Jungen Anakin abgibt und die Hoffnung groß ist, dass er ein glorreicher Kämpfer für das Gute werden wird, merkt man in Episode III, wie nach und nach die bösen Züge durchkommen. Und warum wird er so? Aus Liebe: Erst verliert er seine Mutter, dann seine Frau; er will kein Bösewicht sein und doch hat ihn das Böse zerfressen; ganz ähnlich wie Staatsanwalt Harvey Dent, der in „The Dark Knight“ ebenfalls nach dem Verlust seiner Geliebten kippte. Diese Art von Bösewichten ist mir persönlich die liebste, da sie meist eine eigene Partei bilden, von starken Gefühlen geplagt sind und im Gegensatz zu anderen Schurken keinen Spaß am Bösesein haben.

Nicht so, wie der Joker, der ganz offensichtlich ein Psychopath ist. Aber sind wir nicht alle kleine Psychopathen? Ist die Tatsache, dass ich diesen Beitrag schon mit „ich“ angefangen habe, nicht ein Indiz dafür, dass ich ein Narzisst bin? (Einer Studie vom März zufolge gibt es tatsächlich keinen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Pronomen der 1. Person und Narzissmus.1) Ich wage mal zu behaupten, dass ab und an jeder mal auf seinem persönlichen „Psycho-Trip“ (oder auch „Psycho-Path“) ist. Oder wie eine Bekannte von mir zu sagen pflegt: „Hast du keine Macke, bist du kacke!“

Eine ziemlich blöde Macke ist trotzdem diese Entwicklung, die mehr und mehr Menschen in Vegetarier oder Veganer verwandelt. Versteht mich nicht falsch; es ist freilich jedes Sache, womit er seinen Hunger stillt, und ich will mich jetzt auch nicht über vegetarische/vegane Kindererziehung beschweren. Aber dann begegnet man halt doch hin und wieder mal so Leuten, die behaupten, Fisch würde nicht unter Fleisch fallen, da Fische keine Seele haben oder aus wie auch immer gearteten anderen Gründen. Esst doch einfach den Fisch, Leute! Manchmal habe ich so das Gefühl, dass diese ganzen Erscheinungen, wie Veganer, Bio-Chips-Mampfer und Gluten-Tag-Heinis2, nur ein Nebenprodukt unseres Nahrungsüberangebots sind. Einen Vorteil hat Vegansein aber immerhin: Man isst keinen ungesunden rohen Plätzchenteig!

Wobei die Zeit zum Plätzchenbacken sowieso nicht alle haben. In der Zeit, in der sich ein Sozialwissenschaftsstudent schon seinen Weihnachtsvorrat anlegt, schafft ein Ingenieurswissenschaftsstudent vielleicht gerade so seine Mathehausaufgaben. Ja, ich weiß, dass die Sozial- oder auch Geisteswissenschaftler behaupten, sie könnten ebenso gut mit uns tauschen und das Studium meistern, es hätte nur keiner von uns Lust dazu, nur halte ich das für eine Fehleinschätzung. Während es für einen angehenden Ingenieur oder Naturwissenschaftler wohl kein Problem wäre, im Jurastudium Paragraphen auswendig zu lernen, sehe ich doch bei vielen (nicht allen) zu uns gewechselten Geisteswissenschaftlern, dass sie wohl vor langer Zeit den Willen zum Mathematikverständnis (und somit auch das Mathematikverständnis selbst) abgeschaltet haben. Denn wer sich einredet, etwas auch beim besten Willen nicht verstehen zu können, der versteht es dann eben auch nicht, und wenn man es noch so oft erklärt. Und mal ganz ehrlich: Philosophieren kann ich mit meinen Kollegen beim Mittagessen, da brauch ich kein Studium für.

Zum Beispiel kann man darüber nachsinnen, warum Frauen solche Flittchen sein können (ist nicht böse gemeint, Mädels). Statistisch gesehen gehen mehr Frauen fremd als Männer, aber darin liegt meiner Meinung nach nicht das eigentliche Problem. Bei Frauen handelt es sich öfter um emotionale Beweggründe, was eine Beziehung wohl eher gefährdet als ein bedeutungsloser Seitensprung. Gelinde gesagt gehen Männer eher triebgesteuert fremd, d. h., wenn sie sexuell unbefriedigt sind, Frauen hingegen, wenn es ihnen an Aufmerksamkeit hapert, d. h. ihnen die Beziehung zu langweilig ist. Das macht es wohl auch leichter für Frauen, Männer vom Fremdgehen abzuhalten, als umgekehrt. Aus (nichtrepräsentativen) Gesprächen mit Kollegen schließe ich, dass die größte Angst vieler Männer in einer Beziehung ist, dass ihre Partnerinnen mit der Beziehung unzufrieden sind, aber selbst nicht wissen, wieso. Kommt es dann ja zum Seitensprung, erwischen mehr Männer ihre Partnerinnen als umgekehrt, da Männer in der (berechtigten) Angst, ein Kuckuckskind großzuziehen, stets misstrauischer gegenüber ihren Partnerinnen sind.3

Mal eine ganz andere Frage: Wo findet man überhaupt potenzielle Sexualpartner, sei es nun für einen Seitensprung, ein ONS oder eine Dauerpaarbindung? Verschiedene Kreise wären da schon mal ein guter Anfang: gleiche Bekannte, gleiche Vorlieben und -stellungen und gleiche Freizeitbeschäftigungen. Hier findet man viele Freunde und bestimmt auch ein paar darüber hinaus Interessierte. Aber Vorsicht: Während Frauen sich relativ leicht in die und aus der Friendzone4 bugsieren können, besteht für Männer immer die akute Gefahr, auf immer und ewig dort hinein gebannt zu werden. (Dafür muss ich wohl keine wissenschaftlich fundierten Belege angeben; wer noch nie gefriendzoned wurde, dem sollte ein Blick auf soziale Knotenpunkte im Netz wie 9GAG reichen, um zu erkennen, dass er sich glücklich schätzen kann.)

Ein sozialer Knotenpunkt außerhalb des Netzes ist die freiwillige Feuerwehr, für deren Mitgliedschaft ich mich insbesondere gegenüber ausländischen Studienkollegen hin und wieder erklären muss. Viele denken, es sei eine Art Sportverein oder nichtessenzielle Freizeitbeschäftigung, weil nicht in jedem Land die Hauptlast des Feuerwehrwesens von Freiwilligen getragen wird, wie es in Deutschland der Fall ist. – In Deutschland sind nur ca. 4% der Feuerwehrleute auch Feuerwehrmann von Beruf; der Rest ist (bis auf eine Handvoll Pflichtfeuerwehrleute) ehrenamtlich tätig.

Das Ehrenamt an sich ist sowieso ein sehr beliebtes Thema. So engagieren sich je nach Statistik und Definition von „Ehrenamt“ zwischen 16% und 36% der Deutschen ehrenamtlich, im Schnitt etwa 5 h pro Woche (man rechne sich die dadurch geleisteten Stunden doch einmal selbst aus) und über die Hälfte von ihnen in den Bereichen Kinder/Jugendliche, Lokales und Kirche.5

Damit wären wir auch schon beim nächsten Thema. Laut einem gestern im Spiegel erschienenen Artikel gibt es zwischen deutschen Katholiken im Vergleich mit Katholiken anderer Länder und ihrer Kirche die größte Ansichtskluft. Zum Beispiel befürworten mehr als 80% der deutschen Katholiken voreheliches Zusammenleben (ein weiterer Punkt, in dem sie m. E. gegenüber den Protestanten nachzügeln).6

Passend dazu erlebt Deutschland gerade die höchste Geburtenrate seit 13 Jahren: 33.000 mehr Neugeborene und 12.000 mehr Eheschließungen im Vergleich zum Vorjahr.7 Na, das ist doch mal wunderbar! Auch in den USA arbeiten Lehrerinnen und Schüler sowie Schülerinnen und Lehrer eifrig an einer höheren Geburtenrate. Heute Morgen kam ein weiterer von vielen Fällen à la „Big Tits at School“ ans Tageslicht.8 Mitleidig muss ich aber lesen, dass die amerikanischen Behörden alles dafür tun, die Welt eben nicht zu einem Porno verkommen zu lassen. Denn mal ganz ehrlich: Wenn beide volljährig sind und es einvernehmlich geschieht, dann gibt es keinen großen Unterschied zum Beischlaf von Chef und Angestellter oder umgekehrt und das will auch niemand verbieten. Bleiben wir beim Thema „verbieten“ und geben diesen Suchbegriff einfach mal bei „Google News“ ein, dann sehen wir, dass die Leute tagein, tagaus alles Mögliche verbieten oder auch nicht verbieten wollen. Ich geb da jetzt mal meine Meinung im Schnelldurchlauf mit pro Verbot (☺) oder kontra Verbot (☹) dazu ab. Da haben wir u. a.: Verbot von Rauchen im kinderbesetzten Auto (☺) in Großbritannien9, Verbot von Unzinsen für Dispokredite (☺) in Deutschland10, Verbot von Prostitution (☹) in Deutschland11, Verbot von Smartwatches an Schulen (☺) in der Schweiz12, Verbot des Ohrfeigens von Kindern (☹) in der Schweiz13, Verbot der Wiedereinreise balkanischer Flüchtlinge (☺) in Deutschland14, Verbot einer Koranverteilungsaktion (☹) in Deutschland15, Verbot von Pistolen-Emojis (☹) in den USA16, Verbot von E-Zigaretten (☹) in Deutschland17, Verbot des Anbaus von gentechnisch veränderten Organismen (☹) in Großbritannien18, Verbot von Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln (☺) in Deutschland19, Verbot von homosexuellen Emojis (☹) in Russland20, Verbot von Stierkämpfen (☺) in Spanien21, Verbot des Einsatzes von Kinderbettlern (☺) in Deutschland22 usw. usf.

Eine weitere Nachricht kommt aus Potsdam.23 Dort haben Sprachwissenschaftlerinnen der Universität ein Projekt mit dem Titel „Deutsch ist vielseitig“ ins Leben gerufen. Dieses beinhaltet Lehr- und Weiterbildungsmaterialien für Deutschlernende (sowohl für Mutter- als auch für Fremdsprachler). Behandelt werden Dialekte, Soziolekte und Akzente – alles, was einem im Alltag so begegnen kann und eben nicht Standarddeutsch ist. Auf der Projektseite24 kann man sich kostenlos registrieren und sich dann diese Materialien für Bildungszwecke herunterladen. Ich habe schon ein bisschen darin herumgestöbert und unter anderem einen Dialekttest Thüringisch für die 7. Klasse gemacht. Eine Frage lautete: „Petra feiert ihren Geburtstag mit Freunden. Gerade kommt sie mit einer frisch geöffneten Weinflasche aus der Küche und sagt zu ihrer Freundin Bettina: ‚Du nimmst doch bestimmt noch ein Glas Wein?‘ Bettina nickt zustimmend:“ Die entsprechenden Antwortmöglichkeiten sind „No!“ und „Nö!“ Und auf der nächsten Seite findet sich sogar ein Erklärtext: „Wenn man eine zustimmende Antwort geben möchte, ist es im Thüringischen üblich, einfach ‚no!‘ zu sagen (mit kurzem, offenem ‚o‘, wie in ‚konnte‘). Eine lautlich ähnliche Antwortpartikel gibt es im Sächsischen; dort sagt man ‚nu!‘, um Zustimmung auszudrücken. Beide Partikeln sind als Verkürzungen von ‚na klar‘ zu interpretieren, führen aber außerhalb Mitteldeutschlands oft zu Missverständnissen, da Antwortpartikeln, die mit ‚n-‘ beginnen, gewöhnlich für ‚nein‘ stehen.“25 Und als Thüringer, der nach Baden-Württemberg gezogen ist, kann ich das nur bestätigen! Gestern habe ich als Proband an einem Sprachexperiment teilgenommen, für das ausdrücklich nur Nicht-Baden-Württemberger gesucht wurden. Allerdings lag dies daran, dass der Experimentator im ersten Durchlauf des Experiments nur Baden-Württemberger gefunden hatte, aber ein für ganz Deutschland geltendes Ergebnis erzielen wollte. Es handelte sich um ein Diapix-Experiment; in der Analyse der aufgezeichneten Sprachdaten soll sich dann zeigen, ob die Deutschen beim Sprechen noch einen Unterschied zwischen „ä“ und „e“ machen. Dies soll besonders in Mittel- und Norddeutschland nicht der Fall sein. – So ein Kese.

Und nun zum letzten und wichtigsten Thema des Tages: Studien haben tatsächlich belegt, dass (Voll-)Bart ein glattes Gesicht aussticht. Besonders in einer Gruppe von Nichtbärtigen besteht der Bärtige aufgrund dieses Alleinstellungsmerkmals sehr gut die natürliche Selektion der Frauen. Andersrum trifft dies auch auf einen Nichtbärtigen unter Bärtigen zu, doch rum wie num gewinnt der Bart auch bei gemischten Gruppen: sympathischer, schlauer und älter – das sind die Attribute, die Bärtigen vorbehaltlos zugeschrieben werden.26 Oder, wie es Neil Harris im Schnauzbartlied aus dem Westernfilm „A Million Ways to Die in the West“ besingt: „Du musst nicht gut aussehen, du hast dein Geld verprasst, doch gewinnst du jedes Herz, wenn du nur einen Schnauzbart hast.“ Entschuldigung für den langen Beitrag; hier ist ein Foto von mir mit Vollbart:


1s. Language Log » Could this really be the end?
2da übernehme ich mal die Rolle des Skeptikers, s. What Happens When You Tell People You Can't Eat Gluten - YouTube
3vgl. u. a. Paarstudie: Warum Frauen eher fremdgehen als Männer - DIE WELT und Seitensprung – Wikipedia
4von englisch: „friend-zone“; nicht zu verwechseln mit dem Freundeskreis, englisch: „circle of friends“; daher bitte ich diesen Denglizismus zu entschuldigen
5vgl. • Statistiken zum Thema Ehrenamt | Statista
6s. Deutsche Katholiken sehen Kirche besonders kritisch - SPIEGEL ONLINE
7s. 715.000 Babys: Höchste Geburtenrate seit 13 Jahren in Deutschland - DIE WELT
8s. US-Lehrerin angeklagt: Verheiratete Lehrerin hatte Affäre mit Schüler - News Ausland - Bild.de
9s. Gesundheitsschutz: Briten verbieten das Rauchen im Auto mit Kindern - BRIGITTE MOM
10s. Gesetzesinitiative angekündigt: Angaben der Banken oft unklar - CDU will überhöhte Dispozinsen verbieten lassen - Banken - FOCUS Online - Nachrichten
11s. Gastbeitrag: Verbieten hilft den Prostituierten nicht | Gastbeiträge - Frankfurter Rundschau
12s. Spicken: Schulen wollen die Smartwatch an Prüfungen verbieten - Aarau - Aargau - Aargauer Zeitung
13s. Bundesrat will Ohrfeigen nicht explizit verbieten | Handelszeitung.ch
14s. Flüchtlinge vom Westbalkan: Behörde will Wiedereinreise verbieten - SPIEGEL ONLINE
15s. Becker: Aktion „Lies“ verbieten | Frankfurter Neue Presse
16s. #DisarmTheiPhone: Aktivisten wollen Pistolen-Emoji verbieten - n-tv.de
17s. Gesundheit - Experte: E-Zigaretten nicht vorschnell verbieten - Wissen - Berliner Morgenpost
18s. Schottland will den GVO-Anbau verbieten ‹ Fruchtportal
19s. Sie will Bier in Bus und Bahn verbieten! - MOPO24
20s. Wladimir Putin: Putin will homosexuelle WhatsApp-Emojis verbieten | news.de
21s. Besucherzahl geht rapide zurück: Spanische Politiker wollen Stierkämpfe verbieten
22s. Mitleid um jeden Preis? Der Senat will das Betteln mit Kindern verbieten - Zehlendorf - berliner-woche.de
23für den vollständigen Artikel s. Universität Potsdam - „Deutsch ist vielseitig“ – Materialien zu Dialekten, Mehrsprachigkeit und der Frage nach dem „richtigen Deutsch“
24www.deutsch-ist-vielseitig.de
25Wiese, Heike; Mayr, Katharina; Krämer, Philipp, & Seeger,Patrick (-2014). Deutsch ist vielseitig: Aus- und Fortbildungsmodule zur Sprachvariationim urbanen Raum. Handbuch für die Konzeption von Fortbildungen und Anwendungseinheiten für den Schulun­terricht und Kita-Alltag. Universität Potsdam, SFB 632 “Informationsstruktur”, Projekt T1. Online unter: www.deutsch-ist-vielseitig.de.
26vgl. u. a. Männer: Bart macht unter Rasierten sexy und attraktiv - SPIEGEL ONLINE und Psychologie: Vollbart macht schlau und sexy - SPIEGEL ONLINE

Samstag, 15. August 2015

Seven Doors III: Time Traveller


English

In the third game of this se­ries the player’s (who is a time trav­eller) success of a lev­el is not that dependent on random generated numbers and the number of doors in ev­ery lev­el is not that important as in the first two ones. But therefor this game is also a coher­ent story.

Don’t change your URL bar dur­ing the game. Don’t use the for­ward and the back­ward but­tons of your browser.

If you want to save the game, you can just copy the full URL and paste it later on.

Edit: You must ac­tiv­ate JavaS­cript for the game.

Edit 2: Click on the title before playing the game.



Sonntag, 9. August 2015

(VF, LSK, MF, RSK, NF) = ϕ(Satz)


Deutsch

Ich mag Funktionen. Ei­ne Funkti­on zu defi­nie­ren, ist, wie ei­ne Ma­schine zu bauen (bildich: s. hier). Man weiß von Anfang an, wel­che Ein­gabeda­ten man auf wel­che Aus­gabeda­ten ab­bilden möch­te, und muss sich nun über­legen, wie der Algorithmus aus­se­hen soll, der die­se Ab­bildung vollzieht.
Wie die überschrift schon an­deu­tet, ist ei­ne Funkti­on ϕ(x) gesucht, wel­che ei­ne Zei­chenkette auf ein Quintupel von Reihun­gen, wobei jedes Element die­ser Reihung wieder ei­ne Reihung von Zei­chenket­ten ist, ab­bildet. Soweit zu formel­len Beschreibung. Die Ein­gabe soll ein deut­scher Satz sein und die Aus­gabe ein Quintupel von Reihun­gen von Satz­gliedern, wobei ein Satz­glied wieder­um ei­ne Reihung von (evtl. getagg­ten) Wört­ern sein soll. So ei­ne Funkti­on wäre in der Komputerlingu­is­tik sehr nützlich, dennoch habe ich im In­ternet kei­nen Algorithmus dafür gefun­den. Also habe ich die Sa­che selbst in die Hand genommen:

Der Code ist natürlich noch nicht perfekt. Ich stel­le es jedem frei, ihn nach Herzenslust zu verändern. Die Tag-Me­thode benutzt ein ein­gebun­denes Python-Pro­jekt, wel­cher man sich hier herun­terla­den kann. Natürlich kann man sich alternativ dazu auch ei­nen ei­genen Tag­ger bauen, das ist ja jetzt auch nicht so schwer. Viel Spaß!

Montag, 3. August 2015

Mischmasch-Wirrwarr #2


Deutsch

Grammati­sche Ge­schlech­ter

Eng­lisch, Französisch, Italie­nisch, Lateinisch, Russisch, Spanisch – all die­se und noch weite­re Spra­chen wer­den an deut­schen Schulen als Fremd­spra­chen­fach angebo­ten. Und alle ha­ben sie ei­nes (mit dem Deut­schen) gemeinsam: Langweilige Ge­ne­ra (d. h. grammati­sche Ge­schlech­ter). Deut­sche, eng­li­sche, lateini­sche und russi­sche Nomen sind männlich, weiblich oder sächl­ich; französi­sche, italie­ni­sche und spani­sche Nomen sind ent­weder männlich oder weiblich. De­shalb kann man es wohl auch niemandem, der sich allein in der Schule mit Fremd­spra­chen be­schäftigt hat, ver­übeln, wenn er vermu­tet, dass es in al­len Spra­chen auf der Welt nur die­se drei Ge­ne­ra oder auch nur zwei davon gibt. Dem ist aber bei Wei­tem nicht so! Im Chinesi­schen bspw. gibt es ne­ben den Perso­nal­pronomen der 3. Person für männlich (他), weiblich (她) und sächl­ich (它) auch noch wel­che für animalisch (牠) und göttlich (祂).[1] In der 2. Person gibt es dann nur noch wel­che für männlich (你), weiblich (妳) und göttlich (祢), da die Chinesen offenbar kei­ne Tie­re oder Dinge an­spre­chen. Etwas wei­ter südlich, in Aus­trali­en, gibt es Leu­te, die Dyribal spre­chen. Dort gibt es überhaupt kei­ne Ein­teilung in männli­che, weibli­che und evtl. sächl­i­che Dinge, sondern man teilt ein in: Männer und Tie­re, Frau­en, Feuer und gefährli­che Dinge, ge­nießba­res Obst und Gemüse und den Rest.[2]. (Die zweite Nomen­klasse fand der Lingu­ist George Lakoff so witzig, dass er ein gleich­namiges Buch verfasste.) Aber auf­gemerkt: Die Ein­ord­nung von Nomen in die­se Klas­sen erfolgt grammatisch, nicht natürlich! D. h.: So wie im Deut­schen der Tisch männlich ist, so ist im, eben­falls in Aus­trali­en ge­spro­chenen, Gurr-go­ni das Flugzeug ein Gemüse.[3] Und zu gu­ter Letzt: Im Klingoni­schen un­ter­teilt man in der Spra­che mächtige En­t­i­tä­ten, Körper­teile und den Rest. Da ich kein Klingonisch beherr­sche, kann ich nicht be­ur­teilen, inwieweit da (wie im Eng­li­schen) kon­sequent zuge­ordnet wird, aber da das Stuhl­bein auch im Klingoni­schen ein Körper­teil ist, kann man auch hier davon aus­gehen, dass kei­ne kon­sequente Zu­ord­nung durch­gezogen wird.[4]

Es­pe­ranto-Wort­spiele

Ich habe im In­ternet ein bis­s­chen nach Wort­spie­len und Neo­logismen (d. h. modernen Wort­schöpfun­gen) im Es­pe­ranto gesucht. Mein ab­solu­ter Favo­rit, was die Wort­spiele angeht, ist:

Ki­al ĝirafo neniam es­tas so­la? – Ĉar ĝi havas kolegon!
Übersetzt:
Wa­rum ist ei­ne Giraffe niemals allein? – Weil sie ei­nen Kollegen hat!
Der Wortwitz be­steht hier dar­in, dass kolego sowohl Kollege als auch großer Hals bedeu­ten kann.[5] Und auch nicht schlecht:
Ĉu vi sci­as, ke la lokomo­tivo es­tas tre demandema? – Ĝi ĉiam di­ras: Ĉu, ĉu, ĉu ...
Auf Deutsch:
Weißt du, dass die Lokomo­tive sehr neu­gierig ist? – Sie sagt im­mer: Tut, tut, tut ...
Hierbei liegt der Witz im Wört­chen ĉu (sprich: tschu), wel­ches ei­ner­seits zum Einlei­ten von Ja-Nein-Fra­gen benutzt wird und an­derer­seits ei­ne In­terjekti­on für den Klang ei­ner Lokomo­tive ist. Und zu gu­ter Letzt:
Kiu lando havas ses laterojn? – Kubo.
Man überset­ze selbst (Hilfe: late­roSeite). Was die Neo­logismen angeht, fand ich die Präfixrückbildun­gen ganz in­ter­essant. Zum Bei­spiel hat malgraŭ die Bedeu­tung trotz. Da das Präfix mal- aber norma­lerweise das Gegen­teil des Grundwortes markiert, hat sich in der Umgangs­spra­che das Wort graŭ in der Bedeu­tung in Über­ein­stimmung mit eta­bliert. Die­se Rückbildung fin­de ich sogar noch legi­tim, aber die nächste einfach nur lustig: fi­nanco bedeu­tet Fi­nanz. Das Präfix fi- markiert aber norma­lerweise ei­nen Mangel an Sittlichkeit, es macht das Grundwort qua­si übel/schlecht. Und dar­aus ist das umgangs­sprach­li­che Wort nanco in der Bedeu­tung sitt­li­cher Umgang mit Geld ent­stan­den (was gleichzeitig bedeu­tet, dass fi­nanco der un­sittli­che Umgang mit Geld ist). Da zeigt sich wieder die linksgerich­te­te Es­pe­ranto-Bewegung.[6]

Rumgeeye ;-)

Mir ist auf­gefal­len, dass ich manch­mal intuitiv In­terjektionen nach dem Sche­ma Rumge- + In­terjekti­on + -e substantivie­re (z. B. Lass dieses Rumgeneee! im Sinne von Hör mit dem ständigen Neesa­gen auf!). Die­ses Sche­ma ist ei­gentlich für Ver­ben üblich (um sie zu negativie­ren) und so hat es mich in­ter­es­siert, ob an­de­re Leu­te das auch so ma­chen wie ich. Und tatsächl­ich: Im In­ternet fin­den sich u. a. Belege für: Rumgeaue, Rumgeeye, Rumgehee, Rumgehie, Rumgemiaue, Rumgenei­ne, Rumgepste und Rumgewaue.

Duniver­sen, Sexorzismen und Stuhlde­ro­ben

Stöbert man regelmäßig auf 9GAG und im Ur­ban Diction­ary, stößt man ab und an auf Wort­lis­ten wie die­se. Wör­ter, die sich sowieso gänzlich oder teilweise aus Fremdwort­teilen zu­sammenset­zen, wie bedgasm, nonver­sati­on oder sexorcism las­sen sich auch schnell und einfach in die deut­sche Spra­che brin­gen: Bettgasmus, Nonver­sati­on und Sexorzismus.[7] Wie ma­chen wir es aber mit yo­universe, chairdro­be und textpectati­on? Mei­ne erste In­ten­si­on für die Übersetzung von yo­universe war Duniversum und auch hier bestätigt Goog­le die Verwendung im Deut­schen. Sehr zum Nach­denken ha­ben mich mögli­che Übersetzun­gen für chairdro­be bzw. floordro­be ge­bracht. Denn wenn ich mir mein Zim­mer an­schaue, dann denke ich schon, dass sol­che Wör­ter mal recht praktisch wären. Für Ers­te­res kam mir dann die Stuhlde­ro­be in den Sinn.[8] Als ich mir dann ei­ne ge­eig­ne­te Übersetzung für floordro­be über­legen wollte und dana­ch im In­ternet such­te, er­inner­te mich ei­ne Forumsdiskussi­on daran, dass wir im Deut­schen ja schon das Wort Wä­s­chehau­fen ha­ben, wel­ches in etwa dieselbe Sa­che beschreibt. Und brau­chen wir wirk­lich ei­nen Neo­logismus, wenn wir schon ein Wort in un­se­rer Spra­che für die ent­spre­chen­de Sa­che ha­ben? Ich denke nicht. Für alle weite­ren eng­li­schen Neo­logismen muss dann wohl die Kunst der Um­schreibung herhal­ten. So bleibt die textpectati­on bis auf Weite­res das ge­spannte Erwar­ten ei­ner SMS.


[1]Die­se un­ter­schei­den sich zwar nur in der Schreibung, nicht in der Aus­spra­che, aber es gibt sie.
[2]Quel­le: Wikipedia
[3]Quel­le: Guy Deut­scher: Du Ja­ne, ich Goethe (3. Auf­la­ge), S. 290
[4]Quel­le: lingu­is­ten.de
[5]Doppel­deutigkei­ten wer­den von Es­pe­rantokri­tikern auch gerne mal als Kri­tikpunkt genutzt. So hat filino (fil-in-o, d. h. Toch­ter) die Zweitbedeu­tung filino (fi-lin-o, d. h. Schmutzwä­sche). Mehr davon gibt’s hier.
[6]Natürlich möch­te ich Es­pe­ranto­spre­cher und Es­pe­rantis­ten nicht gleichset­zen.
[7]Goog­le bestätigt, dass die­se drei Begriffe im Deut­schen schon Einzug gefeiert ha­ben.
[8]Ich benut­ze selbst ei­ne und werde de­shalb das Wort in mei­nen aktiven Wort­schatz auf­nehmen, auf Goog­le landet es lei­der nur ei­nen einzigen Treffer.

Samstag, 1. August 2015

Versager


Deutsch

Mal ein Liebesgedicht zur Abwechslung. Wobei es ei­gentlich kein Liebesgedicht ist, aber es kommt zumin­dest Liebe drin vor.

Ver­sa­ger von Tilly Dö

Heu­te will ich zu ihr geh’n,
Mei­ne Liebe ihr ge­steh’n.
Nur ei­nen kur­zen Au­gen­blick
Brau­che ich mit ihr allein.
Dana­ch geht’s eh nicht mehr zurück,
Das kann doch nicht so schwierig sein.
Tagelang beabsolviert,
Wo sie wann zu fas­sen,
Und ein Moment­chen arrangiert,
Um sie abzupas­sen.
Jeden Mit­tag sie mar­schiert
Zum Kaffee­automa­ten.
Und dreimal darf man ra­ten,
Was mir #$@&%*! da pas­siert:
Mein Herz klopft wil­de,
Mein Kopf wird ganz rot,
Sie fasst mich ins Bil­de:
Krieg Atemnot.
Keu­chend bleib ich vor ihr steh’n,
Be­stimmt ganz furch­tbar anzuseh’n. –
Sie sagt Hi, ich sag Hi –
Schwei­gen,
Schwei­gen. –
Moment vorbei.


So bin ich(,) ein ganz ar­ger
Ver­sa­ger.

P. S. Ich hasse Dich.