Seiten

  • Startseite
  • Impressum
  • Inhalt
  • MINT
  • Sprache
  • Soziales
  • Geist
  • Kunst
  • Gemischtes
  • Gedichte

Freitag, 20. März 2015

Das kommunistische Prinzip #4


Deutsch

Hier kommt das nächs­te Frag­ment der ein­zi­gen Ge­schich­te auf mei­nem Blog. Für die ers­ten drei Tei­le s. Das kom­mu­nis­ti­sche Prin­zip, Das kom­mu­nis­ti­sche Prin­zip #2 und Das kom­mu­nis­ti­sche Prin­zip #3.
Ein großer Dank geht dies­mal an einen zeich­ne­risch be­gab­ten Freund, wel­cher auf mei­nen Wunsch hin ein Bild zu die­sem Bei­trag er­stellt hat. Man fin­det es am En­de des Bei­tra­ges.

Ich kom­me zu mir. Ich be­fin­de mich nicht in mei­nem Zim­mer.
Es gibt kei­nen We­cker. Es ist ver­mut­lich Sams­tag, aber das ist egal; die­se Ta­ge lau­fen eh nicht al­le gleich ab. Ich rich­te mich auf und bli­cke mich in mei­nem Zim­mer um. Es gibt kein Fens­ter, trotz­dem fal­len Licht­strah­len ei­ner Lam­pe von der De­cke her­ab. Sie fal­len auf nichts wei­ter als einen Wech­sel­strom­ge­ne­ra­tor, be­ste­hend aus ei­ner Kat­ze, wel­che ein Mar­me­la­den­brot auf ih­rem Rücken hat, ei­nem Tra­fo­kas­ten und ein paar Ka­beln. Mei­ne Kla­mot­ten von ges­tern ha­be ich noch an. Ich will den Raum ver­las­sen, doch mir kommt je­mand ent­ge­gen.
Er heißt mich will­kom­men und weist mich – freund­lich, aber di­rekt – an, ihm zu fol­gen. An­schei­nend sind wir in ei­ner un­ter­ir­di­schen An­la­ge, denn es gibt nur künst­li­ches Licht. Sie sieht sehr pro­vi­so­risch aus. Die Men­schen, de­nen wir be­geg­nen, tra­gen nicht die ein­heit­li­che Ar­beits­klei­dung, wie ich sie am Leib ha­be. Die Um­ge­bung sieht so un­wirk­lich aus, dass ich mich fra­ge, ob ich träume. Wir ge­lan­gen schließlich an ei­ne den Gang ver­sper­ren­de Tür mit der Auf­schrift „Q. E. D.“ Der ers­te Buch­sta­be kommt mir be­kannt vor und trotz­dem fin­de ich auf An­hieb kein Wort, das ihn enthält. Der Mann öff­net die Tür mit ei­nem klei­nen, gülde­nen Schlüssel. Drin­nen er­war­ten uns ein großer, dunk­ler Raum und ei­ne Frau – von der ein un­be­schreib­li­cher, hel­ler Schim­mer aus­zu­ge­hen scheint. Ih­re schwar­zen Haa­re fal­len auf ein lan­ges, tief­blau­es Kleid. Als sie sich zu uns um­dreht, se­he ich, dass an ih­rem grünen Gürtel ei­ne Pis­to­le steckt. – Gehört sie zum Mi­litär? – Ob­wohl sie kei­ne ho­hen Schu­he trägt, ist sie größer als ich. Mein Blick wan­dert wei­ter die mit ei­ner grau­en Strumpf­ho­se be­netz­ten Bei­ne nach oben und an ih­rer schlan­ken Fi­gur hin­auf. – Ich kann mich nicht er­in­nern, je­mals ei­ne so hübsche Frau ge­se­hen zu ha­ben. – Das Wort „Pro­gramm“ reißt mei­nen Blick von ih­rem tie­fen Hals­aus­schnitt und lässt mich ihn auf ihr Ge­sicht rich­ten. Ich stel­le fest, dass sie ei­ne brau­ne Bril­le trägt, durch die das Leuch­ten zwei­er gel­ber Au­gen, wie die Au­gen ei­ner Kat­ze, zu mir dringt, – und dass sich ih­re blut­ro­ten Lip­pen, wel­che sich deut­lich von ih­rer weißen Haut ab­he­ben, wohl schon die gan­ze Zeit be­wegt ha­ben. Sie fragt mich, ob ich ein­ver­stan­den sei. – Ich weiß nicht, was sie meint, aber an­ge­sichts ih­rer stren­gen Mi­ne las­se ich jed­we­de Nach­fra­ge fal­len und sa­ge das Erst­bes­te, was mir einfällt: „Ja.“
Mi­nu­ten später fin­de ich mich ver­ka­belt auf ei­nem Stuhl wie­der. Mir ge­genüber sitzt der Mann im glei­chen Zu­stand. Erst jetzt kann ich ihn rich­tig von vor­ne se­hen. Ich be­trach­te sein Ge­sicht: jung und streng, kei­ne Fal­ten, kei­ne Run­zeln, kei­ne Krat­zer. Ei­ne blon­de Strähne kräuselt sich über die Stirn. Als ich ihr fol­ge, trifft mein Blick den sei­nen und ich schaue ihm di­rekt in die Au­gen. – Wer ist die­ser Kerl da auf der an­de­ren Sei­te? – Die Frau in Blau betätigt einen ro­ten Druck­knopf. Zu­erst se­he ich einen Stern­ha­gel, dann Schwärze. Und dann:

Die Frau in Blau in der Vor­stel­lung ei­nes Le­sers.
(Die Frau in Blau von Mo­vie­Trash)


Kommentare:

  1. Da ich weiß, dass du den fünften Teil schon fertig geschrieben hast und ich nicht solang darauf warten möchte sag ich einfach mal, dass mein nächster ernsthafterer und längerer Kommentar erst wieder kommt wenn du den nächsten Teil hochlädst. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich muss ihn noch mal überarbeiten und ich lasse mich hier nicht unter Druck setzen. Du bekommst ihn daher frühestens in einem Monat zu sehen. ;-)

      Löschen
    2. Fies. :P
      Nicht mal zu Ostern?

      Löschen
    3. Gratulation zum 200. Kommentar!

      Zu Ostern gibt's keine Geschenke. ;-)

      Löschen