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Freitag, 6. Februar 2015

Phonetik – SAMPA vs. Esperanto


Deutsch

Die deut­sche Spra­che braucht mal ein neu­es Al­pha­bet, das steht ja wohl fest. Ich den­ke da­bei an ein pho­ne­ti­sches, in wel­chem es ei­ne ein­deu­ti­ge Pho­nem-Gra­phem-Zu­ord­nung, d. h. Laut-Buch­sta­ben-Zu­ord­nung, gibt. Da­zu muss man al­ler­dings kein neu­es er­fin­den. In die­sem Bei­tra­ge wer­de ich drei ver­schie­de­ne vor­stel­len: IPA, SAM­PA und Es­pe­ran­to, wo­bei IPA ei­gent­lich nicht in­fra­ge kommt, da kein Mensch ei­ne Tas­ta­tur be­sitzt, mit wel­cher man al­le IPA-Sym­bo­le schrei­ben kann. – Es­pe­ran­to? Ja, Es­pe­ran­to. Das Al­pha­bet die­ser Plan­spra­che be­sitzt ei­ne ein­deu­ti­ge Pho­nem-Gra­phem-Zu­ord­nung und könn­te so (mit der Er­wei­te­rung um ei­ni­ge Lau­te) auch für das Deut­sche be­nutzt wer­den. IPA kennt man si­cher noch aus der Schu­le (ge­nau­er: aus dem Eng­lisch­un­ter­richt) und SAM­PA ist im Prin­zip IPA, nur mit AS­CII-Zei­chen. Da­zu ei­ne Ta­bel­le:
IPASAMPAEPODeutsch
In­fos für Pho­ne­ti­ker
a/aː[1] a/a: a a
ε/εː E/E: ä[2] ä
e: e e
ɪ/iː I/i: i i
ɔ/oː O/o: o o
œ/øː 9/2: ö ö
ʊ/uː U/u: u u
ʏ/yː Y/y: ü ü
ə @ e[3] e (Schwa)
ɐ 6 a a (Schwa)
p p p p stimmlos bilabial Plosiv
b b b b stimmhaft bilabial Plosiv
t t t t stimmlos alveolar Plosiv
d d d d stimmhaft alveolar Plosiv
k k k k stimmlos velar Plosiv
g g g g stimmhaft velar Plosiv
ʔ ? / /[4] stimmlos glottal Plosiv
f f f f stimmlos labiodental Frikativ
v v v w stimmhaft labiodental Frikativ
s s s ß stimmlos alveolar Frikativ
z z z s stimmhaft alveolar Frikativ
ʃ S ŝ sch stimmlos palato-alveolar Frikativ
ʒ Z ĵ j (frz.) stimmhaft palato-alveolar Frikativ
ç C ĥ[5] ch (ich) stimmlos palatal Frikativ
x x ĥ ch (ach) stimmlos velar Frikativ
h h h h stimmlos glottal Frikativ
p͡f pf pf[6] pf stimmlos labiodental Affrikat
t͡s ts c z stimmlos alveolar Affrikat
t͡ʃ tS ĉ tsch stimmlos postalveolar Affrikat
d͡ʒ dZ ĝ dsch stimmhaft postalveolar Affrikat
m m m m stimmhaft bilabial Nasal
n n n n stimmhaft alveolar Nasal
ŋ N gg[7] ng stimmhaft velar Nasal
j j j j stimmhaft palatal Approximant
w w ŭ (au) stimmhaft bilabial Approximant
l l l l stimmhaft lateral alveolar Liquid
ʁ/ʀ R/r r r stimmhaft uvular Liquid

Be­trach­ten wir nun noch ein Schrift­bei­spiel:

IPA:         aɪnst ʃtʁɪtən zɪç nɔʁtvɪnt ʊnt zɔnə ve:ɐ fɔn i:nən baɪdən vo:l de:ɐ ʃtɛʁkəʁə vɛ:ʁə als aɪn vandəʁɐ de:ɐ ɪn aɪnən vaʁmən mantəl gəhʏlt va:ɐ dɛs ve:gəs dahe:ɐka:m 
SAMPA:       aInst StRIt@n zIC nORtvInt Unt zOn@ ve:6 fOn i:n@n baId@n vo:l de:6 StERk@R@ vE:R@ als aIn vand@R6 de:6 In aIn@n vaRm@n mant@l g@hYlt va:6 dEs ve:g@s dahe:6ka:m 
Esperanto:   ainst ŝtriten ziĥ nortvint unt zone veea fon iinen baiden vool deea ŝtärkere vääre als ain vandera deea in ainen varmen mantel gehült vaaa däs veeges daheeakaam 
Deutsch:     Einst stritten sich Nordwind und Sonne wer von ihnen beiden wohl der Stärkere wäre als ein Wanderer der in einen warmen Mantel gehüllt war des Weges daherka

Ich ha­be die Pro­ben be­wusst auf­stei­gend nach der Les­bar­keit sor­tiert, da­mit man sieht, dass Es­pe­ran­to die bes­te Um­schrift ist. Al­ler­dings hat man hier wie­der das Pro­blem, dass auch Nicht-AS­CII-Zei­chen ver­wen­det wer­den. Da es im Es­pe­ran­to-Al­pha­bet aber kein X gibt, exis­tiert un­ter Es­pe­ran­to-Spre­chern ei­ne in­of­fi­zi­el­le Um­schrift nach dem Sche­ma: ĝ = gx. Die­ses könn­te man auch auf die neu­en Buch­sta­ben übert­ra­gen. Da sich das Es­pe­ran­to-Al­pha­bet als Um­schrift aber so­wie­so nie­mals durch­set­zen würde, bleib ich lie­ber wei­ter­hin ein großer Freund des SAM­PAs: tIli: d2:s blOk.
[1]kur­z­er Vo­kal/lan­ger Vo­kal; für die auf dem Es­pe­ran­to-Al­pha­bet ba­sie­ren­de Um­schrift schla­ge ich vor, lan­ge Vo­ka­le dop­pelt zu schrei­ben
[2]kur­si­ve Buch­sta­ben gehören nicht zum ur­sprüng­li­chen Es­pe­ran­to-Al­pha­bet, son­dern wur­den von mir an­gefügt, um ei­ne deut­sche Um­schrift zu ermögli­chen
[3]e-Schwa und a-Schwa muss man m. E. nicht ex­tra kenn­zeich­nen
[4]der Glot­tis­ver­schluss­laut (e. glot­tal stop) ist m. E. im Deut­schen nicht so wich­tig, dass er un­be­dingt in der Schrift­spra­che ge­kenn­zeich­net wer­den muss
[5]ch wie in ich und ch wie in ach sind im Deut­schen kein Mi­ni­mal­paar und müssen des­halb in der Schrift­spra­che nicht aus­ein­an­der­ge­hal­ten wer­den
[6]an die­ser Stel­le ist mir nichts Bes­se­res ein­ge­fal­len
[7]wie im Grie­chi­schen; das ist möglich, da bei der Um­schrift kei­ne Dop­pel­kon­so­nan­ten ver­wen­det wer­den

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