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Donnerstag, 7. August 2014

Mit Witzen durch Zwïtzen


Deutsch

Lie­be Abon­nen­ten, Blog­ger, Ca­cher ... Lie­be Leu­te,

ich ha­be zwar ver­lau­ten las­sen, dass es die­sen Mo­nat kein Ge­dicht ge­ben wer­de, aber da gab es auch noch nicht die­ses Ge­dicht über einen Ca­cher­aus­flug nach Ge­ra, den ich mit ei­ner Freun­din un­ter­nom­men ha­be. (Ihr wer­det von die­ser Da­me zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt noch zu le­sen be­kom­men.) Eben­die­ser ver­dan­ken wir auch die hübschen Bil­der.

Für al­le Orts­frem­den: Der Ti­tel ist ei­ne An­spie­lung auf die Na­mensähn­lich­keit des Ge­ra­er Orts­teils Zwötzen und des Je­na­er Orts­teils Zwätzen.

Mit Wit­zen durch Zwïtzen von Elżbie­ta und Til­ly Dö

1. Sta­ti­on:
So ge­gen halb 11 – nun ja, so soll­te es sein –
da fie­len zwei Ir­re in Ge­ra ein.
Be­waff­net mit GPS-Gerät
woll­ten sie ca­chen, wenn nötig bis spät.
Nach ei­ni­gen Me­tern je­doch, war das dumm,
spe­cker­ten schon die Batt’ri­en her­um.
Es lag al­so bei den Ge­ra-Ar­ka­den
auf dem Weg zu ei­nem La­den
ih­re ers­te Ca­che-Sta­ti­on –
ein Döschen war auch ih­rer Lohn.

Der Bahn­hof, an dem wir nicht an­ka­men.
(zwi­schen Sta­ti­on 3 und Sta­ti­on 4)

2. Sta­ti­on:
Und wei­ter ging es, bald sa­hen sie Spit­zen
von Kirchtürmen über die Dächer blit­zen.
Bald hat­ten sie Tri­ni­ta­tis er­reicht,
den Ca­che zu fin­den war auch ziem­lich leicht.
Die Kir­che an die­sem zwei­ten Halt
ist (evan­ge­lisch und) gut 400 Jah­re alt.

Die­se Löwen stan­den auch über­all rum.
(zwi­schen den Sta­tio­nen)

3. Sta­ti­on:
Sie quer­ten einen grünen Park
mit nack­ten Figürchen, auch sonst nicht sehr karg –
die ei­ne Ma­da­me, man wird noch von hören,
wollt’ ei­ner der Ir­ren gar töricht betören,
oder wie sagt man so schön – gar in­kom­mo­die­ren
und da­bei den Großteil der Klei­dung ver­lie­ren …
Es war das drit­te Ziel et­was wei­ter –
am Hand­wer­ker­brun­nen saß fröhlich und hei­ter
ein Pen­ner, wes­halb sich die Ir­ren ent­schlos­sen,
gleich die Do­se zu su­chen, und den Ort nicht ge­nos­sen.

Die be­sag­te Ma­da­me im Park.
(zwi­schen Sta­ti­on 2 und Sta­ti­on 3)

4. Sta­ti­on:
Sie wa­ren schon ei­ni­ge Me­ter ge­gan­gen,
da muss­ten sie keh­ren, denn es war ih­nen ent­gan­gen,
dass die Schie­nen zu que­ren ih­re hei­li­ge Pflicht
und ein­fach so, oh­ne Tun­nel, ging das halt nicht.
An dem al­ten Prell­block, wo heut’ Blu­men sprießen,
ta­ten sie kurz die Ku­lis­se ge­nießen
und ho­ben mit ih­ren eig­nen Me­tho­den
einen Mi­kro­ca­che – ir­gend­wie doch nah am Bo­den.

Un­ter ei­ner Rie­sen­blu­me in ei­nem wun­derschönen Spiel­gar­ten.
(zwi­schen Sta­ti­on 3 und Sta­ti­on 4)

5. Sta­ti­on:
Hin­ter Glei­sen und Gärten, et­was tiefer im Wald,
er­reich­ten die bei­den den Staf­fel­stein­bruch bald.
Kopf hoch, Au­gen auf – ein paar ge­bro­che­ne Stei­ne –
nur (schwie­ri­ge) Zun­gen­bre­cher sa­hen sie kei­ne.
Die drei Fra­gen des Ear­th­ca­ches wa­ren trotz­dem zu meis­tern,
nur fiel es ih­nen schwer, sich für den Ort zu be­geis­tern.

Am Zun­gen­bre­cher-Zech­stein-Staf­fel­stein­bruch.
(bei Sta­ti­on 5)

6. Sta­ti­on:
Das künst­li­che Licht war auch rasch ge­fun­den,
die Son­ne doch eben­so hin­ter Wol­ken ver­schwun­den.
Und kaum hat­ten die Ca­cher ihr Mit­tag ge­schnappt
und sich ge­freut, dass das mit dem Wet­ter so klappt,
be­gann das Was­ser, vom Him­mel zu het­zen
und zwang die bei­den, sich un­ter­zu­set­zen.

Am Nach­mit­tag schütte­te es wie aus Ei­mern.
(zwi­schen Sta­ti­on 17 und Sta­ti­on 18)

7. Sta­ti­on:
Auf dem Weg zu wes­sen auch im­mer zu Hau­se,
be­ka­men sie gleich ih­re nächs­te Brau­se.
Und als sie sich dann un­ter­stell­ten,
die Ein­woh­ner grund­los (?) von dan­nen schnell­ten.
Um ih­re Bei­ne et­was zu scho­nen,
fuh­ren sie dann zwei Sta­tio­nen.

Die Zwil­lings­brücken in/bei Zwötzen.
(zwi­schen Sta­ti­on 5 und Sta­ti­on 6)

8. Sta­ti­on:
Ein weit­rer Strom aus hei­te­rem Him­mel
er­folg­te, doch oh­ne Trop­fen­ge­wim­mel.
Es ka­men nicht, die in der Wol­ke woh­nen,
son­dern vie­le, vie­le Elek­tro­nen.
Wie vie­le ge­nau? Nun, spe­ku­liert!
Die Leis­tung sei als Wert no­tiert: 480 kW

Die ty­pi­schen Ge­ra­er war­ten auf ih­ren Strom.
(bei Sta­ti­on 1)

9. Sta­ti­on:
Nach die­ser Re­chen­auf­ga­be war’s für die Ir­ren sehr schön,
sich die „Vo­gels­te­le“ von Ger­hard Dölz an­zu­seh’n.
Der Vögel „Tränke“ war auch zügig ge­fun­den,
nur dreh­ten vie­le Mug­gel (auch mit Hund) ih­re Run­den,
wes­halb zu der Ca­cher Leid
das Ver­ste­cken kos­te­te et­was mehr Zeit.

Auch für Ge­ra un­er­war­te­te Vögel wur­den von uns an­ge­trof­fen.
(bei Sta­ti­on 1)

10. Sta­ti­on:
Was mag wohl ein „Dop­pel­wer­ner“ sein,
die Skulp­tur da im Gar­ten? – Nee, die ist doch al­lein.
Am Am­bu­la­to­ri­um – schwie­ri­ges Wort –
wur­den die Su­chen­den fündig: Zwei Wer­ner hat­ten dort
je­weils ei­ne Pra­xis, auch ein Ca­che weil­te hier.
Num­mer zehn ward no­tiert auf dem Über­sichts­pa­pier.

Ein Ge­ra­er Hin­ter­hof.
(bei Sta­ti­on 17)

11. Sta­ti­on:
Vor ih­nen lag – kei­ne Ah­nung, wie es hieß –
das nächs­te Ge­ra­er Ein­kaufspa­ra­dies.
Nur erst konn­ten sie kei­ne He­cke ent­de­cken,
das GPS lots­te sie in dre­cki­ge Ecken.
Nun, rechts wei­ter un­ten fan­den sie die He­cke doch,
es klaff­te dar­in ein auffällig’ Loch:
Und tatsächlich – es bau­mel­te im Ge­strip­pe
an ei­nem Ha­ken ein Do­sen­ge­rip­pe.
Ge­ra­de als ei­ne Bahn sie pas­sier­te,
der ei­ne Ir­re sich we­nig ge­nier­te
und nach dem lim­pi­den Röhr­chen hasch­te
und die Leu­te am Fens­ter des Shops über­rasch­te.

Die Völker­freund­schaft hängt seit der Wen­de auch schon et­was schief.
(zwi­schen Sta­ti­on 4 und Sta­ti­on 5)

12. Sta­ti­on:
Die­ser Tag war ei­ner der be­sond­ren Genüsse
und vor al­len Din­gen ei­ner vie­ler Re­gengüsse.
Auf Su­che nach Schutz vor den strömen­den Schau­ern
hieß es wie­der sich un­ter ein War­tehaus kau­ern.
Und wie­der such­te ein Opi das Wei­te –
die­se Ger’schen sind schon a paar ko­mi­sche Lei­te.
Zu Fuß be­gan­nen sie wei­ter­zu­has­ten,
mit stets wach­sa­mem Au­ge für Schatz und Brief­kas­ten.
Und so führ­te der Weg ins Ge­wer­be­ge­biet –
schi­cke Au­tos, jun­ge Rau­cher, was man sonst auch so sieht.
Doch sie­he da, schon stan­den sie vor
dem ehe­ma­li­gen Zahn­la­bor.
Die Idee des Ver­stecks ge­fiel ih­nen wirk­lich sehr gut –
sie lupf­ten (wenn sie hätten) so­gar ih­ren Hut.

Ein Blick auf den nicht für Tou­ris­ten her­ge­rich­te­ten Teil Ge­ras.
(zwi­schen Sta­ti­on 3 und Sta­ti­on 4)

13. Sta­ti­on:
An der Was­ser­ro­se an­ge­kom­men,
wa­ren die Ca­cher schon ganz be­nom­men.
Zu­min­dest der ei­ne, der war sehr durch­weicht,
die Schu­he ganz schlapp­rig und vom Re­gen ent­bleicht.
Er klag­te über die Schmer­zen im Rücken,
bei je­dem Stre­cken, bei je­dem Bücken.
Und doch war er es, der sich zur Do­se beug­te,
während sie noch die En­ten im Tei­che beäug­te.

Die zwei Ir­ren. ;-)
(bei Sta­ti­on 17)

14. Sta­ti­on:
Es folg­te ein Fußmarsch zur Hein­richs­brücke
und da war­te­te schon die nächs­te Tücke:
Über Brücken darf man ja nicht mar­schie­ren,
al­so muss­ten die Ca­cher da­vor pau­sie­ren.
Auf ge­hei­mer Missi­on woll­ten sie was ent­de­cken,
oh­ne die Neu­gier der Mug­gel zu we­cken.
Doch die­se saßen bei Kaf­fee und Ku­chen
und sähen die Ca­cher im Vor­gar­ten su­chen.
Und so­mit wur­de er­neut de­mons­triert,
wie man ge­schickt beim Ber­gen von Döschen agiert.

Wir wa­ren nicht die Ein­zi­gen, die zu Fuß un­ter­wegs wa­ren.
(zwi­schen Sta­ti­on 17 und Sta­ti­on 18)

15. Sta­ti­on:
Die Run­de durch Ge­ra war nass und war groß,
in der In­nen­stadt war im­mer noch nicht viel mehr los.
Je­doch die Ir­ren sa­hen Spit­zen
wie­der über Dächer blit­zen –
ja, ge­nau, es war so­weit,
für ein schönes Bild ward’s Zeit.
Die keu­sche Jung­frau lag, nichts­ah­nend,
die Ir­ren ka­men, ei­ner mah­nend,
dass im öffent­li­chen Raume
man den kühns­ten Bei­schlaftrau­me
bes­ser nicht ganz nackt ge­stal­te –
der and­re aber mein­te: „Wal­te!“
Und so wal­te­te der Gu­te
für ein Fo­to, ’ne Mi­nu­te.
Doch dann, ob der Pein­lich­keit,
en­de­te die Zeit zu zweit.
Und die Ir­ren zo­gen hei­ter
zu dem nächs­ten Ca­che wei­ter.
Die­ser lag nicht weit zurück
an ei­nem al­ten Mau­erstück
im Gebälk zwi­schen den Zie­geln,
ein Glück, nicht hin­ter ver­schlos­se­nen Rie­geln.

Die­se Da­me war nur a ter­go zu ha­ben. ;-)
(zwi­schen Sta­ti­on 14 und Sta­ti­on 15)

16. Sta­ti­on:
Es steht an ei­ner schönen Stel­le,
weit oben im Ge­ra­er Gefälle,
die Lu­ther­lin­de hoch und stolz;
glit­schig nass war heut ihr Holz.
Was die Klet­te­rer recht früh ver­spürten,
als sie sich an ihr pro­bier­ten.
Und nach dem zehn­ten Hin­un­ter­pur­zeln
hat­ten die Ir­ren ge­nug von den Wur­zeln. –
Lu­ther war übri­gens nie dort zu­ge­gen,
denn der Baum ent­stand erst nach sei­nem Le­ben.

Der Ab­stieg von der Lu­ther­lin­de.
(bei Sta­ti­on 16)

17. Sta­ti­on:
Die Ge­ra­er Höhler wa­ren heu­te nicht of­fen,
dafür ha­ben sie dort einen Hunt an­ge­trof­fen.
Nein, kei­nen Hund – den schreibt man mit De –,
ob­wohl, da gab’s auch einen, vor ’nem Café.
Sie woll­te ihn ha­ben, doch er sag­te Nein
und so blieb das Tier an sei­ner Lein’.
Der ma­gne­ti­sche Mi­kro wur­de dann auch er­kannt,
nach­dem ei­ner der Ir­ren einen Trick an­ge­wandt.
Noch schnell ein Fo­to vorm Ein­gang ge­schos­sen,
um erzählen zu können, man ha­be Kul­tur ge­nos­sen.

Der Ein­gang zu den Ge­ra­er Höhlern.
(bei Sta­ti­on 17)

18. Sta­ti­on:
Die Ca­cher näher­ten sich lang­sam dem Ort,
von dem auch die Züge fah­ren fort,
da sprang ih­nen auf des GPS Kar­te
noch ein Ca­che­lein ins Au­ge – Halt! Stopp ein­mal! War­te!
Sie wan­del­ten über Straßen und un­ter Schie­nen,
um Pra­xen her­um, sich die­sen Log zu ver­die­nen,
dann end­lich am Ziel „zwei Me­ter weit oben“ –
nach der Er­fah­rung des Ta­ges wur­de ein De­ckel ab­ge­scho­ben,
und schon ging es Heim, am Thea­ter vor­bei,
und nach der Mi­ni­mas­sa­ge fühl­te ei­ner der zwei
sich gleich viel ent­spann­ter, na­ja, die Schul­tern, doch nicht
der gan­ze Rest sei­nes Körpers (mal ab­ge­sehn vom Ge­sicht).

Das Thea­ter Ge­ra.
Mu­sis sa­crum be­deu­tet den Mu­sen ge­wid­met.
(bei Sta­ti­on 18)


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