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Montag, 25. August 2014

Lautverschiebungen im Deutschen


Deutsch

Laut­ver­schie­bun­gen (LV) sind Kon­so­nan­tenände­run­gen, die im Lau­fe der Ent­wick­lung ei­ner Spra­che auf­tre­ten können. Die Laut­ver­schie­bun­gen im Deut­schen sei­en an die­ser Stel­le kurz und bündig vor­ge­stellt.

1. Ger­ma­ni­sche Laut­ver­schie­bung / Grimm­sches Ge­setz
(Urin­do­ger­ma­nisch → Ur­ger­ma­nisch)
Fol­gen­de Kon­so­nan­ten wur­den ver­scho­ben:
bʰ → b → p → f
dʰ → d → t → þ
gʰ → g → k → h

zu be­ach­ten: während ei­ner LV wird je­der Kon­so­nant höchs­tens ein mal ver­scho­ben
Be­trof­fe­ne Spra­chen und Bei­spie­le:
Deutsch und Eng­lisch sind ger­ma­ni­sche Spra­chen, La­tein und Französisch sind ita­li­sche Spra­chen. Dem­zu­fol­ge hat die 1. LV nicht bei letz­te­ren statt­ge­fun­den. Dies ist deut­lich zu er­ken­nen an Wort­grup­pen wie Fisch, fish / pis­cis, pois­son (LV: *pisḱ- → *fis­kaz), Gast, guest / hos­tis, hôte (LV: *óstisgas­tiz) und Herz, heart / cor, cœur (LV: *ḗr*hertô), wor­an zu se­hen ist, dass bei den ger­ma­ni­schen Spra­chen je­weils ei­ne LV (p → f, gʰ → g und k → h) statt­ge­fun­den hat und bei den ita­li­schen der ur­sprüng­li­che/urin­do­ger­ma­ni­sche Kon­so­nant er­hal­ten blieb.

2. (Alt-)Hoch­deut­sche Laut­ver­schie­bung
(Ur­ger­ma­nisch → Alt­hoch­deutsch)
Fol­gen­de Kon­so­nan­ten wur­den ver­scho­ben:
    b → p → pf / (ff → f)
þ → d → t → ts / (ss → s)
    g → k → kx / (xx → x)

zu be­ach­ten: p kann zu pf oder zu ff ver­scho­ben wer­den, ff kann zu f ver­scho­ben wer­den
Be­trof­fe­ne Spra­chen und Bei­spie­le:
Die 2. LV hat nur noch beim Über­gang zum Alt­hoch­deut­schen statt­ge­fun­den. Dem­zu­fol­ge ist auch Eng­lisch nicht da­von be­trof­fen. Dies er­kennt man an Wort­paa­ren wie Bruder / brother (LV: *brōþērbruoder), Zaun / town (LV: *tūnązūn) und Schlaf / sleep (LV: *slēpazslāf), wor­an zu se­hen ist, dass beim Alt­hoch­deut­schen je­weils ei­ne LV (þ → d, t → ts und p → ff → f) statt­ge­fun­den hat und beim Eng­li­schen der ur­sprüng­li­che/ur­ger­ma­ni­sche Kon­so­nant er­hal­ten blieb.

3. Bin­nen­deut­sche Kon­so­nan­ten­schwächung
(Mit­tel­hoch­deutsch → Frühneu­hoch­deutsch)[1]
Fol­gen­de Kon­so­nan­ten wur­den ver­scho­ben:
p → b
t → d
k → g

zu be­ach­ten: es fin­den außer­dem die Ver­schie­bun­gen s → z und ʃ → ʒ statt.
Be­trof­fe­ne Spra­chen und Bei­spie­le:
Die 3. LV be­trifft vor­wie­gend die ost­mit­tel­deut­schen Dia­lek­te, ist aber über das ge­sam­te hoch­deut­sche Sprach­ge­biet ver­brei­tet. In der stan­dard­deut­schen (Schrift-)Spra­che hat sie nicht statt­ge­fun­den. Bei­spie­le sind Grabschen / Grapschen, Mudda / Mutter und gge / Mücke.
[1]Quel­le: http://ti­nyurl.com/n2tuz­pb

Kommentare:

  1. Danke für den interessanten Beitrag. Streben die LV eigentlich einem bestimmten Zustand zu? Die Laute scheinen ja immer weicher zu werden. Gibt es dann eine "weichste Sprache", an der keine LV mehr möglich sind?

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    1. Man weiß nicht genau, warum die LVs auftreten, sondern nur, dass sie es in Schüben tun und der neue Zustand dann lange Zeit anhält. Dass die Konsonanten bei jeder LV weicher werden stimmt auch nicht, wie die ersten beiden LVs zeigen.
      Ich hab noch zwei Seiten aus einem Buch, das bei mir im Schrank steht herausgesucht, welche sich noch einmal auf das Thema beziehen (Google-Bücher macht's möglich!): ,

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