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Dienstag, 26. August 2014

漢字


Deutsch

Chi­ne­sisch (si­no­ti­be­tisch) und Ja­pa­nisch (al­ta­isch) sind zwar sprach­ge­schicht­lich ge­se­hen nicht mit­ein­an­der ver­wandt, be­nut­zen aber trotz­dem die glei­chen Schrift­zei­chen -- CJK-Ideo­gram­me, wie der In­for­ma­ti­ker sa­gen würde. Die Zei­chen kom­men aus Chi­na, wur­den aber später von den Ja­pa­nern (zusätz­lich zu ih­ren ei­ge­nen Schrif­zei­chen) über­nom­men.

Beim nach­fol­gen­den Text han­delt es sich um die chi­ne­si­sche Na­tio­nal­hym­ne ("Marsch der Frei­wil­li­gen") und die ja­pa­ni­sche Über­set­zung des­sel­ben.


Ja­pa­nisch Chi­ne­sisch
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て!奴隷となることをまぬびとよ!
らが血肉こうたな長城を!
中華民族せまる、
ひとりが最後雄叫びをあげるだ。
て!て!て!
々すべてがつにして、
砲火をついてめ!
砲火をついてめ!
め!め!め!
來!不願做奴隸們!
們的血肉成我們長城
中華民族到了最危險的時候,
每個被迫著發出最後的吼聲。
來!來!來!
們萬衆一心
冒著人的炮火,前
冒著人的炮火,前
!前
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Tate! Dorei to naru koto o nozomanu hitobito yo!
lái! Bù yuàn zuò núlì de rénmen!
Warera ga chiniku de kizukou aratana chōjō o!
men de xiěròu, zhú chéng wǒmen xīn de chángchéng!
Chūka minzoku ni saidai no kiki semaru,
Zhōnghuá mínzú dàole zuì wéixiǎn de shíhòu,
hitorihitori ga saigo no otakebi o ageru tokida.
měi gèrén bèi pòzhe fāchū zuìhòu de hǒushēng.
Tate! Tate! Tate!
lái! lái! lái!
Wareware subete ga kokoro o hitotsu ni shite,
men wànzhòng yīxīn,
teki no hōka o tsuite susume!
màozhe rén de pàohuǒ, qiánjìn!
Teki no hōka o tsuite susume!
Màozhe rén de pàohuǒ, qiánjìn!
Susume! Susume! Susume!
Qiánjìn! Qiánjìn! Jìn!


Schaut man sich die bei­den Tex­te an, stellt man fest, dass 37 der 108 Schrift­zei­chen (oh­ne Satz­zei­chen) über­ein­stim­men. Da es sich da­bei meist um wich­ti­ge Wörter han­delt, stellt sich die Fra­ge, ob ein Chi­ne­sisch­spre­cher den ja­pa­ni­schen Text sin­ner­fas­send le­sen kann und um­ge­kehrt. Um das zu ver­ste­hen, neh­men wir den ja­pa­ni­schen Text her und er­set­zen al­le ja­pa­ni­schen Zei­chen durch Aus­las­sungs­punk­te. Da­mit auch un­ser­eins das Gan­ze ver­steht, kommt noch ei­ne deut­sche Über­set­zung.
起…!奴隷………………望……人………!
我……血肉…築…新…長城…!
中華民族…最大…危機………、
一人…………最後…雄叫……………時…。
起…!起…!起…!
我……………心…一…………、
敵…砲火…………進…!
敵…砲火…………進…!
進…!進…!進…!
auf­ste­hen…!Skla­ven………………hof­fen……Men­schen………!
wir……Fleischbau­enneuChi­ne­si­sche Mau­er…!
Chinas Volkam größtenBe­dräng­nis………、
ein Mensch…………als letz­tesschrei­en……………Zeit…。
auf­ste­hen…!auf­ste­hen…!auf­ste­hen…!
wir……………Herzeins…………、
FeindKa­no­nen­feu­er…………hin­ein­ge­hen…!
FeindKa­no­nen­feu­er…………hin­ein­ge­hen…!
hin­ein­ge­hen…!hin­ein­ge­hen…!hin­ein­ge­hen…!
Die­se klingt ein we­nig so, als hörte man ein Funk­gerät mit schlech­tem Emp­fang. Zu­min­dest kann man erah­nen, worum es in dem Lie­de geht: Um Skla­ven, die auf­ste­hen und ei­ne neue Mau­er bau­en, um das chi­ne­si­sche Volk in größter Be­dräng­nis und um den Gang ins feind­li­che Ka­no­nen­feu­er. Kennt man den Kon­text, ver­steht man al­so als Chi­ne­se den In­halt des ja­pa­ni­schen Tex­tes (und dem­zu­fol­ge auch um­ge­kehrt). Die deut­sche Über­set­zung lau­tet übri­gens:
Steht auf! Al­le, die kei­ne Skla­ven mehr sein möchten!
Lasst uns aus un­se­rem Fleisch und Blut die neue Mau­er bau­en.
In größter Be­dräng­nis ist Chinas Volk.
Der Un­ter­drück­ten letz­ter Schrei ertönt:
Steht auf! Er­hebt Euch!
Ge­mein­sam wi­der das feind­li­che Ka­no­nen­feu­er, vor­an!
Ge­mein­sam wi­der das feind­li­che Ka­no­nen­feu­er, vor­an!
Vor­an! Vor­an! Vorwärts!

Chi­ne­si­sche Schrif­zei­chen heißen übri­gens so­wohl im Chi­ne­si­schen als auch im Ja­pa­ni­schen 漢字, nur wer­den sie im Chi­ne­si­schen Hànzì und im Ja­pa­ni­schen Kanji aus­ge­spro­chen, wor­an auch zu er­ken­nen ist, dass die ja­pa­ni­sche Aus­spra­che von der chi­ne­si­schen herrührt.

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