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Montag, 3. März 2014

Re: Sozialistische Republik unter Diktatur der Aristokratie

Du bist ja sehr optimistisch… Nur, weil du dich für schlau hältst, heißt das ja nicht, dass alle „Aristokraten“ das tatsächlich sind und sie deshalb richtige Entscheidungen treffen.

Wenn du die Wirtschaft von einem Gremium aus sozialistischen Wirtschaftsexperten organisieren lässt, ist das sicher besser, als wenn man sie durch eine Horde egoistischer Lobbyisten lenken lässt.

Vielleicht, aber trotzdem ist das nicht unbedingt gut. Wer sagt, dass sie nicht auch ihre Macht missbrauchen? Vielleicht geht's dem Proletariat auch auf den Sack, wenn sie überhaupt nichts zu melden haben. Wie kommt man überhaupt in die Aristokratie, dass man stimm- und wahlberechtigt wird?

Dass sie sozialistisch sind, setzt ja voraus, dass sie ihre Macht nicht missbrauchen. Wenn das Proletariat zufrieden ist, wird es schon nicht meckern. Und wenn doch, hat es ja eh nichts zu sagen. Wie man da reinkommt, wurde in den Kommentaren schon gefragt.

[...]

[...] Du schreibst in deinem Blog… Es dürfen nur die in die Regierung gewählt werden, die auch sozialistisch sind… Woran siehst du das denn?

Ja, keine Ahnung, wie hat man denn in der DDR gemerkt, ob jemand der Parteilinie treu ist? Ich sagte außerdem, dass alle in die Regierung gewählt werden dürfen, sich dann aber dem Gemeinwohl unterordnen müssen. Und wenn sie das nicht tun, sind sie für die Führung einer sozialistischen Republik ungeeignet und Sozialisten schon gar nicht. Sie müssen ja nicht zum Sozialismus stehen, aber sich ihm eben unterordnen.

Gut, und wenn sie's halt nicht machen? Was machst du dann? Oder wenn sie's nur vorgaukeln? Was bringt es zu sagen: „Schlaue Sozialisten führen mein Land“, wenn du nicht mal weißt, wie du die finden willst und sicherstellen, dass sie dann eben auch das Richtige machen?

Wenn sie das nicht machen, dann werden sie halt aus der Regierung geworfen. Wählen und in Expertengremien sitzen dürfen sie ja dann immer noch. Und ich habe keine Ahnung, wie ich mir einen Kapitalisten vorstellen darf, der vorgaukelt, ein Sozialist zu sein.

Wie einen Sozialisten?

Ja und was macht der dann? Das fällt ja auf, wenn er Kapitalistenkram macht.

Ja, aber vielleicht kann er lang genug Kapitalistenkram machen, um was kaputt zu machen.

Ja, und was?

Hey, in der DDR hat man doch auch gedacht (unabhängig vom vorigen Punkt), alles wird super… Aber irgendwie war's das halt nicht. War die Regierung nicht schlau genug?

Erst mal gab die DDR-Regierung ja vor, eine Diktatur des Proletariats zu sein… War sie dann zwar nicht, sondern eine Diktatur einer Partei. Die durchaus aus schlauen Leuten bestand, aber eben nicht die Aufgaben übernommen hat, die ich mir vorstelle.

Okay, wieso denkst du, wird das eine zukünftige Regierung tun?

Ich denke überhaupt nicht, dass das jemals irgendeine Regierung tun wird. Das habe ich auch nie behauptet. Ich habe behauptet, dass es so am Besten wäre. Denn wenn du das etwas weiterspinnst, hast du irgendwann gar kein Proletariat mehr, sondern nur noch Aristokraten. Diese Aristokraten wählen dann eine (diktatorische) Regierung, die aber nur dazu da ist, Expertengremien zu organisieren und deren Ergebnisse auszuwerten und umzusetzen.

Wieso hast du kein Proletariat mehr? Weil alle schlau werden?

Ja.

So ein Quark. Wie das denn? Indem du dem Proletariat verbietest, sich fortzupflanzen? Oder indem du dumme Kinder umbringst?

Indem ich allen Leuten die gleiche Bildung gebe?

Na und… Die Grenzen setzt das Gehirn… Das ist was Chemisch-Biologisches und Vererbtes. In Deutschland haben alle die gleiche Bildung, [...]. Trotzdem studieren nicht alle, trotzdem sind manche "schlau" und andere nicht.

[...] Mit „irgendwann“ meinte ich jetzt nicht „in 30 Jahren“. Jedenfalls werden immer mehr Leute schlau. [...] Und irgendwann [...] hat man alle auf dem gleichen Niveau und dann gibt's kein Proletariat mehr.

[...] Und wer macht dann die Aufgaben, die heute das „Proletariat“ macht?

Aristokraten.

Dann brauchen sie gar nicht erst Aristokraten werden.

Ist aber besser so, finde ich.

Wieso? Welchen Nutzen hast du davon?

Ich als wer? Dann gibt's keine großen Niveauunterschiede mehr, jeder kennt sich hier oder da ein bisschen besser aus oder hat seine eigenen Vorlieben. Irgendjemanden, der gerne Sachen baut, wird es schon geben und wenn nicht, hey, das ist Sozialismus, dann werden eben Leute eine Zeit lang dazu verpflichtet, das zu machen.

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