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Sonntag, 5. Januar 2014

Re: Ismen und Antiismen

"Meistens ist es gut, an alten Dingen, die sich bewährt haben, festzuhalten, sofern man bereit ist, Veraltetes durch Neues zu ersetzen. Sturer Konservativismus ist immer besser als utopisches Wunschträumen." Wenn ich nun sagte: Was gerade ist, ist konservativ und Kommunismus/Sozialismus ist utopisches Wunschdenken... Widerspricht sich das dann nicht? Suchst dir dann nicht nur das aus, was dir halt grad in den Kram passt?

Ich bin nicht dafür, dass man jetzt versuchen sollte, einen Idealkommunismus zu erreichen. Ich würde auch einen Realsozialismus durchpauken, wie du weißt. Weil der sich bewährt hat, naja, darüber lässt sich streiten, aber er funktioniert.

Okay, aber nicht unbedingt zu menschenwürdigen Bedingungen. Die du wiederum auch hochhalten willst.

Ja. Die DDR beispielsweise hätte auch ein sozialistischen Staat mit Menschenrechten sein können. Viel hätte das nicht geändert, aber sie wäre wohl länger erhalten geblieben.

Gegen welche utopischen Wunschträume bist du denn dann?

Utopisches Wunschdenken ist ja okay, so lange man es nicht umzusetzen versuchst. Das geht nicht ganz aus diesem allgemein gehaltenen Satze hervor. Pazifismus zum Beispiel. Klar ist das ein schöner Gedanke, aber man sollte deswegen nicht die Landesverteidigung abschaffen.

Na gut, aber ein anderer sagt eben: Kommunismus, schön und gut, aber umzusetzen versuchen -- nee, das wollen wir nicht. Du pickst dir halt das heraus, was dir gut passt, du münzt den Satz auf die Dinge, die du willst, und auf andere nicht -- sollte so eine Aussage nicht universell sein?

Idealkommunismus kannst du jetzt nicht umsetzen. Also trifft der Satz auch auf ihn zu. Und Realkommunismus wäre wieder konservativ. [...] Methoden wie Unterdrückung, Herrschaft durch totale Kontrolle usw. erachte ich als konservativ.

[...] Gut, willst du noch irgendwas zu diesem Punkt sagen?

Nein. Möchtest du zum nächsten übergehen?

Ja. "Sexismus und seine Unterformen Maskulinismus und Feminismus sind eine Art des Chauvinismus. Weder Männer noch Frauen haben das Recht, über die jeweils andere Geschlechtergruppe zu dominieren; für alle sollten die gleichen Gesetze, Rechte und Freiheiten gelten." Das hört sich ja noch ganz gut an -- da würde irgendwie jeder mitgehen wollen und bla. "Traditionelle Geschlechterrollen sind nirgends festgeschrieben und ergeben sich aus tausenden von Jahren Entwicklung menschlicher Sitten- und Moralvorstellungen heraus." Ja, das ist irgendwie eine objektive Feststellung, ganz okay... Aber eigentlich nur eine Einleitung zum nächsten Teil, um den dann zu rechtfertigen. "Sie können nicht abrupt abgeschafft werden, auch weil viele Menschen beiderlei Geschlechts eine Geschlechtertrennung gar nicht abschaffen wollen, sondern an traditionellen Normen und Wertvorstellungen festhalten." Aber diese Aussage meint wohl, dass du an konservativen Geschlechterrollen festhalten willst? Obwohl du vorher allen gleiche Rechte eingestehst? Und dann begründest du es damit, dass es ein paar (nein, viele) gibt, die gerne an der Tradition festhalten wollen?

Naja, es gibt ja so Leute, die hier und jetzt eine Gleichstellung wollen, zumindest offiziell. Für diese habe ich nichts übrig. Soll sich das doch von selber entwickeln und nicht durch irgendwelche Gesetze wie Frauenquote etc. aufgezwungen werden.

Okay, Frauenquote ist ganz objektiv auch ein bissel quarkig. Aber erst sagst du, niemand hat das Recht zu dominieren. Und dann findest du ganz okay, wenn... naja, die Tradition, die vielleicht auch erzwungen ist/war, aufrecht erhalten wird. Wo der Mann halt dominiert. Mag doch jedes Ehepaar regeln wie es will, wer daheim dominiert... Aber so im Allgemeinen kannst du das doch nicht sagen -- das widerspricht sich meiner Meinung nach.

Bei uns zu Hause bspw. [...] sehe [ich] keine Dominanz von einem der beiden und trotzdem erledigen sie traditionelle geschlechterspezifische Aufgaben. Und so wird es in vielen Haushalten sein. Und das kann von mir aus so bleiben, oder es soll sich ändern, ist mir egal. Aber es soll sich von selbst entwickeln und nicht durch irgendwelche Frauen-weg-vorm-Herd-Kampagnen geregelt werden.

Okay, dann kommt das so nicht rüber. Du beziehst dich andauernd auf Moralvorstellungen, aber wenn ich backe, dann mache ich das, weil es mir Spaß macht, und nicht, weil mir irgendjemand eintrichtert: Eine Frau gehört an den Herd, weil das so sittlich und bla ist.

Naja... "Weil's Spaß macht" ist im Allgemeinen ein schlechtes Argument. Aber du bäckst von dir aus, nicht weil es dir ein Mann sagt. Das ist Gleichstellung und Geschlechterrolle.

Mein Bruder bäckt auch -- wo ist dann die Geschlechterrolle? Man muss sie doch nicht überall suchen, wo sie gar nicht mehr ist. Ich wechsle unsre Autoreifen -- bin ich deshalb emanzipiert? Aber wenn mein Bruder das tut, dann ist es eine Geschlechterrolle? Dann gibt es ja keine neutrale Tätigkeit -- was für ein Schwachsinn.

Ich sage lediglich, dass Gesetze nur dazu da sein sollten, um Männern und Frauen die gleichen Rechte zu geben. Alles, was über die Rechte hinausgeht, sollte jedem (Paar) selbst überlassen bleiben. Man muss sich halt einigen, wer was macht. Ich wollte irgendwas zu den Feministenbewegungen schreiben, für die ich überhaupt nichts übrig hab. Sollen die doch in Länder gehen, die's nötig haben, aber nicht hier in Europa herumziehen und für eine "Gleichberechtigung", also letztendlich eine Dominanz der Frau, auf die Straße gehen.

Okay. Möchtest du noch etwas hinzufügen?

Nein, wenn für dich alles klar ist, nicht.

Gut. "Die USA sind aller Welt Feind, denn sie stehen für Massenverarmung, Todesstrafe, Rassismus, Volksverhetzung, religiösen Fanatismus, sinnlose Kriege und Kriminalität ein! Von allen Unrechtsstaaten sind die USA der schlimmste; jeder, der dem Amerikanismus verfallen ist, ist ein Gegner aller Ideale, [...]" Du erwähnst in keinem Wort, warum du die USA für den schlimmsten Staat hältst. Mal davon abgesehen, dass ich nicht verstehe, warum du diesen Teil schwärzt.

Betrachte es als Stilmittel. Alles, was die USA angreift, "schwärze" ich. Es ist eine Behauptung, die ich nicht begründe, das ist richtig. Soll ich es jetzt begründen?

Naja, warum du die USA für schlimm hältst, weiß ich, glaub ich -- aber der findige Leser wird sich fragen... Erst recht der Leser, der mit dieser Meinung nicht konform geht.

Dieser Beitrag sollte lediglich die Ausrichtung des Blogs bekannt geben. Warum mein Bild von den USA so schlecht ist, wird sich ja dann in anderen Beiträgen begründen (z. B. der über das Kriegsveteranenministerium). Wenn du weißt, warum, müssen wir das ja nicht bereden. Du magst diesen Staat auch nicht, richtig?

Das ist richtig. Trotzdem... Der Leser wird sich denken: China ist auch schlimm, oder irgendwelche anderen, Korea, k. A., afrikanische Länder sind auch nicht immer ganz koscher. -- Warum findet der Typ die USA so schlimm?

Weil sie nicht nur für ihre eigenen Bürger, sondern für die ganze Welt eine Bedrohung darstellen, das macht sie so gefährlich; in vielen Staaten trifft nur Ersteres zu.

Richtig, das sieht der amerikafreundliche Leser aber nicht (nicht ein), also solltest du ihm in einem weiteren (Neben‐)Satz die Augen öffnen.

Schlag du mal einen vor.

Ist ja nicht mein Blog.

Ich würde trotzdem gerne einen hören.

[...] "Von allen Unrechtsstaaten sind die USA der schlimmste[, da ...]; jeder, der dem Amerikanismus verfallen ist, ist ein Gegner aller Ideale, [...]" Mach halt da einen Erklärsatz hin. "[, da sie eine Bedrohung für die gesamte nördliche und südliche Hemisphäre darstellen und sich nicht nur selbst ausrotten]“ (nein, okay, das Zeug nach dem "und" kannst du natürlich weglassen).

[...] Okay. Dann ist dieses Thema für mich auch abgehakt. Hast du noch was hinzuzufügen? Wenn nicht, kannst du dich ja weiter von unten nach oben durcharbeiten.

Ich habe ein paar Teile ausgelassen, wie dir vielleicht aufgefallen ist: Entweder, weil zu wenig dastand, als dass man etwas dazu sagen könnte... oder... weil zu wenig da stand, aber aus einem anderen Grund. [...] "Pazifismus ist Wunschdenken und Bellizismus die Lösung aller Konflikte durch unnötige Gewalt. Eine Gesellschaft sollte daher einen gemäßigten
Militarismus anstreben, also bewaffnete Kräfte bereitstellen, die genau dann eingreifen, wenn der Schutz der Gesellschaft und ihrer einzelnen Individuen nicht mehr durch gewaltfreie Vorkehrungen gewährleistet ist." Okay, eigentlich will ich da gar nicht lange drüber reden, weil wir das wahrscheinlich schon mal getan haben. Aber... wieder das Problem: Wer findet das "Maß"? Die USA finden ihr Maß an Rüstung auch notwendig, um sich zu verteidigen und die ganze Welt gleich mit, aber okay, sie finden es notwendig.

Die USA lösen Konflikte durch unnötige Gewalt. Und das was sie haben, kann man nicht als "gemäßigt" bezeichnen. Es geht weit über das hinaus, was an militärischer Stärke notwendig ist, um das eigene Land zu verteidigen.

Gut, vielleicht streben die USA aber nach einem Vielvölkerstaat und wollen so alle die mitverteidigen, die zu ihrem (inoffiziellen) Staat gehören. Ist also immer noch nötig -- wenn auch etwas... naja, eine Spinnerei.

Eben, eine Spinnerei. Wie viele Waffen notwendig sind, sollte man nicht denjenigen fragen, der die Waffen benutzt.

Okay, der Pazifist sagt dann aber: Es sind keine Waffen nötig! Er benutzt sie nicht und alle anderen können das ja nicht einschätzen, weil sie Waffen benutzen.

Pazifismus ist Wunschdenken, also auch eine Spinnerei. An Spinnereien kann man nicht mit logischen Ansätzen ran.

Der Pazifist hält sich auch nicht für einen Spinner.

Du kannst einem Pazifisten sagen, dass Gewalt manchmal nötig ist, und du kannst einem [Bellizisten] sagen, dass er nicht alles mit Gewalt lösen braucht; es ist beide Male so, als ob du gegen eine Wand reden würdest. Du kannst auch mir sagen, dass es falsch ist, nur dann Gewalt zu benutzen, wenn es notwendig ist; es wäre ebenfalls so, als ob du gegen eine Wand reden würdest. Das auf meinem Blog ist meine Meinung vom Pazifismus und vom Bellizismus und ich erwarte nicht in erster Linie, dass andere sie teilen, ich erwarte nur, dass andere sie verstehen. Ich widerspreche mir in diesem Abschnitte nicht. Oder siehst du das anders?

Nein, du widersprichst dir nicht. [...] Neues Thema... Hier weiß ich selbst noch nicht so ganz... Es hört sich unstimmig an, aber... hör halt mal: "Ein totalitäres/diktatorisches System, das eine Gesellschaft zum friedlichen Miteinander zwingt, ist zwar eine gute Idee, doch man bedenke, dass in einer solchen Systemgesellschaft auf Dauer Konflikte hervorgerufen werden, die zum jähen Umsturz führen können." Du sagst, dass alles, was aufgezwungen ist, auf Dauer nicht klappt. Dann willst du aber am Konservativen festhalten, was auf Unterdrückung setzt. Und die Presse zensieren.

Es kann nicht auf Dauer halten, aber es kann, wenn's gut durchdacht ist, sehr, sehr lange halten. Der Satz soll ein bisschen zum Ausdruck bringen, dass ich nichts gegen eine Diktatur habe, aber dass man bei Diktaturen vorsichtig sein, also sich nicht mit der ganzen Bürgerschaft auf Kriegsfuß stellen, sollte. Außer natürlich man hat eine große, loyale Armee.

Aber du willst doch die Armee zum Schutz deiner Bevölkerung und nicht gegen deine Bevölkerung einsetzen.

Das sollte ein Scherz sein.

Ich weiß. Trotzdem: Ich finde, da suchst du dir wieder aus, was du willst: Klar, man kann nicht von heut auf morgen Kommunismus erreichen (utopisches Wunschdenken), aber Wasser predigen und Wein trinken ist vielleicht auch nicht die Lösung -- das führt dann nämlich zu Widersprüchen. Vielleicht ziehen mache dem Frieden die Freiheit vor.

Ich nicht. Und in diesem Beitrag soll meine Meinung dargelegt werden.

Gut, aber du präferierst, was du darlegst, weil du es für das Beste bzw. das Richtige hältst, und willst doch eigentlich einleuchten und verstanden werden und so. Sagtest du selbst.

Ja, so ist es. Wo liegt der Widerspruch, wenn ich sage, dass man Realkommunismus nicht von heute auf morgen erreichen kann, und gleichzeitig ein diktatorisches System als effektiv erachte?

Ich weiß, was du meinst, aber wer dich nicht kennt, würde das letzte Zitat so auffassen, wie es dasteht: Der Typ ist gegen Diktaturen, weil es nicht funktioniert -- cooler Typ. Dabei ist es nicht so -- und er fühlt sich verarscht, wenn er die Widersprüche findet.

Ja, da habe ich jetzt nicht mal was gegen einzuwenden. Man muss sich ja nicht damit rühmen, pro Diktatur zu sein; die meisten Leute werden von dem Worte allein abgeschreckt.

Gut, gut -- warum sagst du, du schreibst deine Meinung auf, und stellst sie dann nicht konsequent dar?

Ich hab es nicht als wichtig genug erachtet, etwas über Diktaturen zu schreiben. Also hab ich es bei einer Erwähnung belassen.

Wenn du pro Diktatur bist, hättest du das auch einfach weglassen können; stattdessen ist deine einzige Aussage über Diktaturen eine Falschaussage?

Ich sag doch, dass es eine gute Idee ist.

[...] Meinetwegen war's das erst mal. Danke.

 Ich habe zu danken.

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