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Dienstag, 12. November 2013

Gibt es selbstlose Taten?

Thomas Hobbes, englischer Staatsphilosoph, sah das anders: Der Mensch strebe nach Macht und Selbsterhaltung. Sein Naturrecht sei das Recht auf alles, also absolute Freiheit. Der Naturzustand sei demzufolge, ich zitiere, "bellum omnium contra omnes". Es gebe also im Naturzustande keinen Frieden und keine Sicherheit. Damit es aber Frieden gebe, welcher auch der Selbsterhaltung diene, geben die Menschen einen Teil ihrer Freiheit ab und unterwerfen sich einem Herrscher / einer Herrschergruppe (Gesellschaftsvertrag). Das letzte hat aber nichts mehr mit meiner Fragestellung zu tun. Hobbes meint, dass ein Mensch alles nur für sich tue; er sieht, wie viele seiner Zeit auch, nur das Schlechte, das Egoistische, das Materialistische im Menschen. Und ich setze dagegen, dass es auch Menschen gibt, die selbstlose Taten, d. h. für sie keinen aber für andere Nutzen bringende Taten, vollbringen. Im Endeffekt leben Hobbes und ich aber in zwei völlig verschiedenen Zeitaltern. Zu Hobbes' Zeit war das soziale Engagement viel geringer als heute, da es den Menschen schlechter ging und sie Existenzängste haben mussten. Außerdem gab es dauernd Kriege.
Natürlich gibt es heute immer noch Materialisten bzw. Kapitalisten (nach Adam Smith), die nur materielle Dinge und Kapital im Kopfe haben. Doch es gibt und es gab auch -- heute mehr als früher -- Menschen, die bereit sind, uneigennützig, selbstlos zu helfen. So sind bspw. im Katastrophenschutze über eine Million freiwillige Hilfskräfte tätig; dazu kommen weitere Ehrenämter aller Art; es gibt viele Menschen, die spenden -- und damit meine ich nicht nur die, die vor laufender Kamera einen fetten Scheck überstellen.
Freiwillige Arbeit zum Wohle der Gesellschaft entlastet nicht nur den Staat an einigen Stellen (sofern es sich um einen Sozialstaat handelt und der Staat soziale Aufgaben übernimmt), sondern es macht die Gesellschaft sozialer, d. h. gesellschaftlicher. Wenn alle so denken und handeln würden, hätten wir einen Sozialismus. Keinen Realsozialismus, d. h. einen vom Staate aufgedrängten, sondern einen Idealsozialismus. Doch wie es das Wort schon beschreibt, wird es den auf staatlicher Ebene nicht geben, da Egoisten, Materialisten, Kapitalisten, Imperialisten und der Rest der Familie nicht in absehbarer Zeit verschwinden werden.
An dieser Stelle möchte ich allen Menschen, die sich für ein Miteinander statt Gegeneinander einbringen, ein Lob aussprechen.
Wer Hobbes und seine Aussage vom Kriege aller gegen alle für aktuell erklärt, liegt falsch.

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